Stickgarn | Glossar
Stickgarn bezeichnet einen Faden, dessen Aufbau, Stärke und Oberfläche auf dekorative oder funktionale Stickstiche abgestimmt sind.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Stickgarn ist eine Sammelbezeichnung und keine feste Faserart. Häufig wird sechsfädiges, teilbares Baumwollgarn verwendet, dessen Einzelfäden je nach gewünschter Deckung kombiniert werden. Perlgarn ist stärker gedreht und wird gewöhnlich ungeteilt verarbeitet. Daneben gibt es Stickwolle, Seide, Metall- und andere Effektgarne. Glanz, Drehung, Abriebfestigkeit und Farbechtheit beeinflussen, für welchen Untergrund und welche Technik ein Garn geeignet ist.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Die Zahl der verwendeten Fäden steuert Linienbreite und Flächendeckung. Für feine Konturen reichen oft wenige Einzelfäden, während kräftige Flächen mehr Material benötigen. Abgeschnittene Längen bleiben so kurz, dass sie beim Durchziehen nicht ausfransen. Farbreihen werden vor Projektbeginn zusammengestellt und Chargen bei größeren Arbeiten gemeinsam gekauft. Für Kreuzstich richtet sich die Stärke nach Gewebezählung; beim freien Sticken nach Motiv, Stichart und gewünschtem Relief.
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Material, Werkzeug und Verarbeitung
Baumwollstickgarn ist vielseitig und in vielen Farben erhältlich. Wolle füllt Flächen voluminöser, Seide wirkt glatt und glänzend, Metallgarn verlangt kurze Fäden und eine geeignete Nadel. Garn wird lichtgeschützt und getrennt nach Farben aufbewahrt. Die Nadelöse muss den Faden aufnehmen, ohne ihn aufzurauen. Waschbare Projekte benötigen farbechtes Garn; intensive Farben werden vorher auf Ausbluten getestet. Garnetikett und Pflege des Grundstoffs gelten gemeinsam.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Teilbares Stickgarn nicht als ganzen Strang verwenden, wenn die Anleitung einzelne Fäden vorgibt.
- Zu lange Arbeitsfäden vermeiden, weil sie sich verdrehen, verknoten und abnutzen.
- Stickgarn nicht allein nach der Farbe wählen; Untergrund, Nadel, Abrieb und Pflege sind ebenso wichtig.
Kurz gefragt
Wie viele Fäden nimmt man beim Sticken?
Das hängt von Gewebe, Stich und gewünschter Deckung ab. Bei teilbarem Garn nennt die Anleitung meist die Zahl der Einzelfäden.
Kann normales Strickgarn als Stickgarn dienen?
Auf groben oder gestrickten Untergründen oft ja, sofern Stärke, Drehung, Reibung und Pflege zum Projekt passen.