Steek | Glossar
Steek bezeichnet eine zusätzlich gestrickte Maschenbrücke, die mehrfarbiges Rundstricken ermöglicht und später kontrolliert aufgeschnitten wird.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Der Begriff stammt aus nordischen Stricktraditionen und bezeichnet sowohl den vorgesehenen Aufschneidebereich als auch das Verfahren. Statt Vorderteile oder Armausschnitte in Hin- und Rückreihen zu arbeiten, wird zunächst geschlossen in Runden gestrickt. Zwischen den späteren Kanten liegen mehrere zusätzliche Maschen. Diese werden je nach Garn und Anleitung vor dem Schneiden durch Häkeln, Nähen oder Verfilzung gesichert. Steeks sind keine beliebig aufgeschnittenen Maschenflächen, sondern geplante Konstruktionselemente.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Steeks werden vor allem bei mehrfarbigen Pullovern, Jacken, Westen und Armausschnitten verwendet. Rundgestrickte Farbmuster bleiben dadurch auf der Vorderseite und lassen sich gleichmäßiger führen. Nach dem Stricken werden Mitte und Sicherungslinien sorgfältig markiert. Erst nach Kontrolle von Maschenzahl, Verlauf und Verstärkung wird zwischen den Linien geschnitten. Anschließend nimmt man Maschen für Knopf-, Reißverschluss- oder Ausschnittblenden auf und befestigt die Schnittzugaben auf der Innenseite.
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Material, Werkzeug und Verarbeitung
Traditionell eignet sich griffige, nicht superwash-behandelte Schurwolle besonders gut, weil ihre Fasern aneinanderhaften. Glatte Superwashgarne, Baumwolle und rutschige Mischungen benötigen meist eine zuverlässigere maschinelle oder handgenähte Sicherung. Scharfe kleine Scheren, kontrastierende Markierfäden und eine stabile Häkelnadel oder Nähmaschine helfen bei der Vorbereitung. Vor dem Originalstück wird die Methode an einer gewaschenen Probe mit genau demselben Garn getestet.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Einen Steek niemals ohne zur Faser passende Sicherungsmethode aufschneiden.
- Die mittlere Schnittlinie nicht allein nach Augenmaß bestimmen, sondern Maschen und Markierungen kontrollieren.
- Schnittzugaben nicht so breit oder steif befestigen, dass Blende und Fall beeinträchtigt werden.
Kurz gefragt
Kann jeder Wollpullover mit einem Steek geöffnet werden?
Nein. Konstruktion, Garnhaftung und Sicherung müssen dafür geplant sein; bei glatten Fasern ist besondere Vorsicht nötig.
Muss ein Steek mit der Nähmaschine gesichert werden?
Nicht immer. Griffige Wolle kann gehäkelt oder traditionell ungesichert verarbeitet werden; die Anleitung und eine Probe entscheiden.