Perlgarn | Glossar

Perlgarn bezeichnet ein fest gedrehtes, meist glänzendes Stickgarn, das als unteilbarer Faden in verschiedenen Stärken angeboten wird.

Bedeutung und wichtige Merkmale

Perlgarn, häufig auch Perlé-Garn genannt, besteht oft aus mercerisierter Baumwolle. Seine sichtbare Drehung erzeugt eine leicht reliefartige, glänzende Linie. Anders als teilbarer Sticktwist wird Perlgarn gewöhnlich nicht in einzelne Stränge zerlegt. Die Größenangaben sind herstellerspezifisch zu lesen; bei verbreiteten Systemen bedeutet eine höhere Nummer meist ein feineres Garn. Material und Ausrüstung stehen auf Banderole oder Docke.

Anwendung und typische Einsatzgebiete

Perlgarn eignet sich für Zierstiche, Hardanger, Kreuzstich auf geeigneten Geweben, Sashiko-ähnliche Effekte, Freundschaftsbänder, Knopflöcher und dekoratives Häkeln. Garnstärke, Gewebedichte und Nadelöffnung werden aufeinander abgestimmt. Kürzere Fadenstücke reduzieren Abrieb und Aufdrehen. Der Faden wird ohne Teilung eingefädelt und nicht unnötig stark angezogen, damit Glanz und runde Struktur erhalten bleiben.

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Material, Werkzeug und Verarbeitung

Eine stumpfe Sticknadel eignet sich für zählbare Gewebe, eine spitze Nadel für frei gesetzte Stiche oder dichte Stoffe. Das Nadelöhr muss groß genug sein, damit die Oberfläche nicht aufraut. Mercerisierte Baumwolle ist glatt und farbintensiv, doch Pflege und Farbechtheit hängen vom konkreten Produkt ab. Vor Arbeiten, die gewaschen werden, empfiehlt sich eine Probe. Garn wird trocken, lichtgeschützt und ohne enge Knicke gelagert.

Typische Fehler und Abgrenzungen

  • Perlgarn nicht wie Sticktwist teilen; dadurch werden Drehung, Festigkeit und gewünschte Oberflächenwirkung zerstört.
  • Eine zu kleine Nadelöffnung nicht erzwingen, weil Reibung den Faden aufraut und die Stickerei ungleichmäßig werden lässt.
  • Stärkenummern nicht ohne Blick auf das jeweilige Herstellersystem und das verwendete Gewebe vergleichen.

Kurz gefragt

Kann Perlgarn geteilt werden?

Normalerweise nein. Es wird als fest gedrehter, ungeteilter Faden verarbeitet; für teilbare Fäden eignet sich Sticktwist.

Welche Nadel passt?

Das Öhr muss den Faden ohne Reibung aufnehmen; Spitze und Nadelstärke richten sich nach Stoff und Sticktechnik.