Patent | Glossar
Patent bezeichnet im Strickkontext die Kurzbezeichnung für Patentmuster, eine voluminöse und elastische Rippenstruktur mit besonders ausgeprägten Maschensäulen.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Patent kann durch tiefer gestochene Maschen oder durch Umschläge und abgehobene Maschen gearbeitet werden. Vollpatent prägt beide Seiten stark; Halbpatent verteilt die Patentwirkung anders und sieht auf Vorder- und Rückseite verschieden aus. Brioche ist eng verwandt und wird je nach Tradition teilweise gleichgesetzt, besitzt aber eigene Begriffe und häufig besondere mehrfarbige Arbeitsweisen. „Patent“ kann außerhalb des Handarbeitskontexts etwas völlig anderes bedeuten.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Patent eignet sich für Schals, Mützen, Pullover, Jacken, Kragen und Bündchen. Das Muster ist elastisch, dick und wärmeisolierend, benötigt jedoch mehr Garn und Reihen als glatt rechts. Vor der Größenwahl wird eine große Probe im Originalmuster gewaschen. Für Formgebung werden spezielle Zu- und Abnahmen verwendet, damit die Rippenstruktur erhalten bleibt. Beim Rundstricken unterscheidet sich die Reihenfolge der Arbeitsschritte von flach gestrickten Varianten.
Patenttechniken nachschlagen · Rippenmuster entdecken · Garne für Patentmuster
Material, Werkzeug und Verarbeitung
Glatte, elastische Garne machen die Maschensäulen gut sichtbar. Sehr flauschige oder stark unregelmäßige Garne erschweren das Erkennen tiefer liegender Maschen und das Korrigieren. Eine Rettungsleine kann bei komplizierten Varianten helfen. Die Nadelstärke wird nach gewünschtem Griff und Probe gewählt. Wegen des hohen Garnverbrauchs wird nicht von einer glatt rechts gestrickten Mengenangabe ausgegangen. Patent wird nur sanft gespannt.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Eine fallengelassene Patentmasche nicht wie eine einfache rechte Masche hochhäkeln, ohne Umschläge und darunterliegende Struktur zu rekonstruieren.
- Vollpatent, Halbpatent und Brioche nicht ohne Prüfung der Anleitung als identische Maschenfolge behandeln.
- Garnverbrauch, Dehnung und Längenwachstum nicht anhand einer glatt-rechts-Probe berechnen; das Originalmuster muss geprüft werden.
Kurz gefragt
Sind Patent und Brioche dasselbe?
Sie sind eng verwandt und werden teils synonym verwendet. Benennung und konkrete Maschenfolge können jedoch je nach Anleitung abweichen.
Warum braucht Patent mehr Garn?
Die tiefe, doppellagig wirkende Rippenstruktur bindet mehr Faden und erzeugt ein dickeres Gestrick als viele flache Muster.