Italienisches Abketten | Glossar
Italienisches Abketten bezeichnet eine meist mit der Wollnadel ausgeführte Abschlussmethode für eine elastische, röhrenartig wirkende Rippenkante.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Beim italienischen Abketten werden rechte und linke Maschen in einer festgelegten Folge mit dem Arbeitsfaden vernäht. Die sichtbare Kante ähnelt einer fortlaufenden Maschenreihe und geht weich in das Rippenmuster über. Häufig werden zuvor Vorbereitungsreihen gearbeitet. Es existieren mehrere Varianten, etwa für flache oder runde Arbeit sowie unterschiedliche Rippenfolgen; ihre Stichfolge darf nicht beliebig vermischt werden.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Der Abschluss wird an Hals-, Ärmel-, Mützen- und Sockbündchen eingesetzt, wenn Dehnbarkeit und eine unauffällige Kante gewünscht sind. Für 1×1-Rippe ist die Methode besonders verbreitet. Bei 2×2-Rippe müssen Maschen häufig umgeordnet oder nach einer speziellen Anleitung behandelt werden. Der Arbeitsfaden wird durch die Maschen geführt, bevor diese von der Nadel gleiten, sodass die Spannung abschnittsweise kontrollierbar bleibt.
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Material, Werkzeug und Verarbeitung
Neben der Stricknadel wird eine stumpfe Woll- oder Sticknadel benötigt. Der Faden muss lang genug für die gesamte Kante sein; je nach Garn und Methode wird ein Mehrfaches der Abschlusslänge eingeplant. Ein glattes, nicht zu stark aufspaltendes Garn erleichtert das Vernähen. Die Kante wird während der Arbeit regelmäßig gedehnt und geglättet, damit der Faden weder Schlaufen bildet noch den Umfang einschnürt.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Den Abschlussfaden nicht zu fest anziehen; die Kante muss sich mindestens so weit wie das Bündchen dehnen können.
- Maschen erst nach dem vorgesehenen Arbeitsschritt von der Nadel gleiten lassen, damit keine Laufmaschen entstehen.
- Italienisches Abketten nicht mit einem einfachen Überzieh-Abketten oder jeder elastischen Methode gleichsetzen.
Kurz gefragt
Ist italienisches Abketten besonders elastisch?
Ja, bei gleichmäßiger Fadenspannung entsteht ein gut dehnbarer Abschluss, der besonders zu Rippenbündchen passt.
Braucht man dafür eine Wollnadel?
Bei der verbreiteten genähten Variante ja. Einige verwandte Verfahren werden anders gearbeitet; maßgeblich ist die Anleitung.