Intarsien | Glossar
Intarsien bezeichnet eine Farbstricktechnik für abgegrenzte Motive und größere Farbflächen mit jeweils eigenen Garnabschnitten.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Beim Intarsienstricken wird jede Farbfläche mit einem eigenen Faden oder kleinen Knäuel gearbeitet. Am Übergang werden alter und neuer Faden miteinander verkreuzt, damit kein Loch entsteht. Anders als bei Fair Isle oder klassischem Einstrickmuster laufen die nicht benötigten Farben gewöhnlich nicht als lange Spannfäden über die gesamte Rückseite. Die Technik wird meist in Hin- und Rückreihen gearbeitet.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Intarsien eignen sich für geometrische Motive, Buchstaben, Bildmotive und große Farbblöcke in Pullovern, Decken oder Accessoires. Eine Strickschrift zeigt, wann eine Farbe beginnt und endet. Für jede getrennte Fläche derselben Farbe wird ein eigener Garnabschnitt benötigt. Beim Wenden ändern sich Lesrichtung und Maschenart; Farbwechsel müssen dennoch an derselben senkrechten Grenze sauber verbunden bleiben.
Strickmuster-Sammlung · Garn für klare Farbflächen · Wolle und Garne
Material, Werkzeug und Verarbeitung
Glatte Garne ähnlicher Stärke erleichtern gleichmäßige Flächen. Kleine Knäuel, Garnschmetterlinge oder Spulen verhindern ein starkes Verheddern der Arbeitsfäden. Die Fadenspannung wird an jedem Farbwechsel kontrolliert, ohne die Maschen auseinanderzuziehen. Fadenenden werden später farblich passend in ihrer Fläche vernäht. Eine Probe zeigt, wie Farbkontrast, Maschendichte und Motivproportion zusammenwirken.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Fäden beim Farbwechsel immer passend verkreuzen, sonst entstehen offene Schlitze.
- Für getrennte Flächen derselben Farbe eigene Garnabschnitte verwenden.
- Intarsien nicht mit Fair Isle gleichsetzen: Die Fadenführung und typische Motivgröße unterscheiden sich deutlich.
Kurz gefragt
Werden bei Intarsien Spannfäden mitgeführt?
Über große Flächen normalerweise nicht. Jede Farbfläche erhält einen eigenen Arbeitsfaden.
Kann man Intarsien in Runden stricken?
Es ist möglich, erfordert aber besondere Methoden, weil der Arbeitsfaden nach einer Runde nicht automatisch am Beginn seiner Farbfläche liegt.