Gegengleich | Glossar
Gegengleich bezeichnet die spiegelbildliche Ausführung eines bereits beschriebenen oder gearbeiteten Abschnitts.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Die Anweisung „gegengleich arbeiten“ wird häufig für das zweite Vorderteil, Ärmel, Schultern, Armausschnitte oder Formteile verwendet. Dabei ändern sich nicht zwingend alle Maschenarten, sondern vor allem Position, Richtung und Reihenfolge von Formgebung, Knopflöchern oder Musteranschlüssen.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Vor Beginn werden rechte und linke Werkstückseite, Hin- und Rückreihen sowie Außen- und Innenkante eindeutig markiert. Abnahmen an der einen Kante erscheinen am zweiten Teil an der gegenüberliegenden Kante. Bei asymmetrischen Mustern muss zusätzlich die Strick- oder Häkelschrift gespiegelt beziehungsweise passend gelesen werden.
Stricken – das Standardwerk · Stricken basics · Stricknadeln
Material, Werkzeug und Verarbeitung
Maschenmarkierer, Reihenzähler und schriftliche Notizen verhindern Verwechslungen. Eine Skizze mit Seitenbezeichnungen macht die Spiegelachse sichtbar. Wenn eine Anleitung genaue Angaben für beide Seiten enthält, haben diese Vorrang vor einer allgemeinen Gegengleich-Anweisung.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Alle rechten Maschen werden beim Spiegeln automatisch zu linken Maschen gemacht.
- Formabnahmen werden zwar versetzt, aber nicht in ihrer Neigung angepasst.
- Reihenangaben werden rückwärts gezählt, obwohl nur die Position gespiegelt werden soll.
Kurz gefragt
Bedeutet gegengleich dasselbe wie rückwärts arbeiten?
Nein. Gegengleich meint spiegelbildlich; die übliche Arbeitsrichtung und Reihenfolge bleiben oft erhalten.
Müssen Abnahmen gegengleich geneigt sein?
Für ein symmetrisches Erscheinungsbild meist ja, sofern die Anleitung keine andere Konstruktion vorgibt.