Faserstärke | Glossar
Faserstärke bezeichnet den Durchmesser einer einzelnen Textilfaser. Bei Wolle wird er meist in Mikrometern, kurz Mikron, angegeben.
Bedeutung und wichtige Merkmale
Je kleiner der Mikronwert, desto feiner ist die Faser in der Regel. Sehr feine Fasern lassen sich oft angenehm direkt auf der Haut tragen; gröbere Fasern können robuster, formstabiler und für Oberbekleidung oder Wohntextilien sinnvoll sein. Der Wert allein bestimmt jedoch weder Qualität noch Weichheit vollständig.
Anwendung und typische Einsatzgebiete
Beim Garnvergleich hilft die Faserstärke, den erwartbaren Griff einzuordnen. Für Babykleidung, Schals oder körpernahe Pullover werden häufig feinere Fasern bevorzugt. Für Jacken, Teppiche oder stark beanspruchte Stücke können kräftigere Fasern Vorteile bieten.
Mikronzahlen bei Merinowolle · Garnstärken im Überblick · Wolle
Material, Werkzeug und Verarbeitung
Die Angabe bezieht sich auf die Einzelfaser, nicht auf die Dicke des fertigen Garns. Zwirnung, Kräuselung, Faserlänge, Ausrüstung und Mischung verändern das Ergebnis. Deshalb bleiben Maschenprobe und Griffprobe wichtig.
Typische Fehler und Abgrenzungen
- Faserstärke und Garnstärke werden gleichgesetzt.
- Ein niedriger Mikronwert wird automatisch als einziges Qualitätsmerkmal verstanden.
- Pflege, Zwirnung und Verarbeitung werden bei der Beurteilung übergangen.
Kurz gefragt
Ist feine Wolle immer kratzfrei?
Nein. Mikronzahl, Hautempfinden, Faserenden, Garnaufbau und Ausrüstung wirken zusammen.
Ist Mikron dasselbe wie Lauflänge?
Nein. Mikron misst den Faserdurchmesser; die Lauflänge beschreibt die Garnlänge je Gewicht.