Einstrickmuster und Farbstricken | Glossar
Ein Einstrickmuster ist ein Motiv, das durch den Wechsel von Garnfarben unmittelbar beim Stricken entsteht. Es wird nicht nachträglich aufgestickt. Kleine wiederholte Motive werden häufig mit mitgeführten Spannfäden gearbeitet; große geschlossene Farbflächen eher als Intarsien mit getrennten Garnabschnitten.
Fair Isle, Jacquard und Intarsien
Beim mehrfarbigen Stricken mit Spannfäden laufen nicht verwendete Farben auf der Rückseite mit. Traditionelles Fair Isle ist eine besondere regionale Ausprägung und nicht jedes beliebige Einstrickmuster. Bei Intarsien werden Farbflächen mit eigenen Fäden gearbeitet und an den Grenzen miteinander verkreuzt. Anleitung und Motivgröße bestimmen die geeignete Methode.
Zählmuster und Farbkontrast
Ein Kästchen der Strickschrift steht gewöhnlich für eine Masche und eine Reihe beziehungsweise Runde. Der Rapport wird exakt gezählt; Maschenmarkierer helfen bei Wiederholungen. Viele Motive bietet 200 Fair-Isle-Muster, weiteres Material steht unter Stricken.
Fadenspannung und Garnwahl
Spannfäden müssen locker genug sein, damit sich das Gestrick ausbreiten kann. Ähnlich starke Garne mit kompatibler Pflege und deutlichem Hell-Dunkel-Kontrast ergeben ein ruhiges Motiv. Eine Musterprobe prüft Maße und Farbdifferenz; bei der Auswahl hilft „Welches Garn für welches Projekt?“.
Typische Fehler und wichtige Abgrenzungen
- Spannfäden werden zu kurz geführt und ziehen das Gestrick zusammen.
- Intarsienfäden werden an Farbgrenzen nicht verkreuzt und es entstehen Löcher.
- Farben unterscheiden sich im Wert zu wenig und das Motiv bleibt unlesbar.
- Einstrickmuster wird mit nachträglichem Maschenstich gleichgesetzt.
Kurz gefragt
Ist jedes Einstrickmuster Fair Isle?
Nein. Fair Isle ist eine bestimmte Tradition; Einstrickmuster ist der weitere Oberbegriff.
Kann man ein Einstrickmuster in Reihen arbeiten?
Ja. Rückreihen erfordern jedoch das korrekte Lesen und Führen der Farben auf der jeweils abgewandten Seite.