Daumenkeil bei Handschuhen | Glossar
Der Daumenkeil ist ein durch Zunahmen geformter Bereich an gestrickten oder gehäkelten Handschuhen und Fäustlingen. Er schafft zusätzliche Weite zwischen Handfläche und Daumen, damit das Handstück nicht spannt und der Daumen beweglich bleibt.
Wie wird ein Daumenkeil gestrickt?
Ausgehend von wenigen Maschen werden in festgelegten Abständen rechts und links der Keilmarkierungen Maschen zugenommen. Ist die benötigte Breite erreicht, werden die Daumenmaschen stillgelegt. Für das Handstück werden oft eine oder mehrere Stegmaschen neu angeschlagen. Später kommen die stillgelegten Maschen zurück auf die Nadel und zusätzliche Maschen werden am Steg aufgenommen.
Lage und Passform
Der Keil kann seitlich, leicht zur Handfläche versetzt oder anatomisch für rechte und linke Hand unterschiedlich liegen. Anzahl und Abstand der Zunahmen richten sich nach Maschenprobe, Handumfang, Daumenansatz und gewünschter Bewegungsweite. Eine pauschale Keilgröße passt daher nicht zu jeder Hand.
Material und Werkzeug
Ein gleichmäßiges, belastbares Garn wie Sandnes Garn Sisu eignet sich für häufig getragene Accessoires. Weitere Modelle und Vorlagen stehen unter Anleitungen. Die gewaschene Maschenprobe ist für Umfang und Länge entscheidend; dazu erklärt „Die Maschenprobe“ die Grundlagen.
Typische Fehler
- Der Keil beginnt zu früh oder zu spät am Daumenansatz.
- Zunahmen werden auf einer Seite ausgelassen.
- Am Übergang zum Steg werden zu wenige Maschen aufgenommen.
- Rechter und linker Handschuh werden trotz asymmetrischer Anleitung identisch gearbeitet.
Löcher am Übergang vermeiden
Zwischen Daumen und Hand können zusätzliche Maschen aus dem Querfaden oder Rand aufgenommen und in der Folgerunde wieder reduziert werden. Sie sollten verschränkt abgestrickt werden, wenn die Anleitung dies vorsieht.
Kurz gefragt
Braucht jeder Handschuh einen Daumenkeil?
Nein. Es gibt eingesetzte, nachträgliche und anders geformte Daumen. Ein Keil bietet jedoch häufig mehr anatomische Weite.
Was sind Stegmaschen?
Das sind neu angeschlagene oder aufgenommene Maschen zwischen Hand und Daumen, die den Übergang schließen und Bewegungsraum schaffen.