Zunahmen stricken: Methoden im direkten Vergleich

Zunahmen stricken: Methoden im direkten Vergleich

Eine Zunahme schenkt Deinem Gestrick neue Maschen – für Ärmel, Raglanlinien, Tuchformen oder Lochmuster. Doch die Methode entscheidet, ob die neue Masche leise verschwindet, sich nach links oder rechts neigt oder als bewusstes Loch glänzt.

Die beste Zunahme ist die, deren Optik und Elastizität zur Konstruktion passen.

1. Umschlag: sichtbar und luftig

Lege den Arbeitsfaden über die rechte Nadel und stricke den Umschlag in der nächsten Reihe. Normal abgestrickt bleibt ein Loch – perfekt für Lace und Tücher. Verschränkt abgestrickt schließt es sich weitgehend. Der Umschlag ist schnell und elastisch, fällt bei glatt rechts aber deutlich auf.

Umschlagzunahme mit dekorativem Loch
Ein normal abgestrickter Umschlag öffnet ein klares Auge. Verschränktes Abstricken macht ihn geschlossener.

2. kfb: eine Masche zweimal abstricken

Stricke in das vordere Maschenglied, lasse die alte Masche liegen und stricke noch einmal in das hintere Glied. Aus einer werden zwei Maschen. Knit front and back ist stabil und unkompliziert, hinterlässt aber einen kleinen querliegenden Steg.

kfb-Zunahme aus beiden Maschengliedern
Die Ausgangsmasche wird zweimal gearbeitet. Der kleine Querfaden macht die Methode stabil, aber nicht völlig unsichtbar.

3. M1L und M1R: gerichtete Zunahmen

Hier hebst Du den Querfaden zwischen zwei Maschen auf und strickst ihn verschränkt. Je nach Aufnahme neigt sich die neue Masche nach links oder rechts. Die Methode ist geschlossen und wunderbar für paarige Raglan- und Taillenzunahmen.

4. Tiefergestochene Zunahme

Bei einer lifted increase hebst Du den Schenkel einer Masche aus der Reihe darunter an und strickst daraus eine neue Masche. Sie fügt sich ruhig in glatt rechts ein. Bei dunklem oder flauschigem Garn ist die richtige Stelle allerdings schwerer zu sehen.

5. Doppelte Mittelzunahme

Aus einer Mittelstelle entstehen zwei neue Maschen, etwa durch Zunahmen beidseits einer markierten Masche. Das ergibt markante Tuchspitzen und grafische Designlinien.

Symmetrische Zunahmelinien
Paarige Zunahmen rahmen eine Mittelmasche und können sich zur Linie hin oder von ihr weg neigen.
Zunahme Optik Einsatz
Umschlag offenes Loch Lace, Tücher
kfb kleiner Steg robuste Formung
M1L/M1R geschlossen, gerichtet Raglan, Taille
tiefergestochen sehr dezent glatt rechte Flächen
doppelte Zunahme symmetrisch Tuchmitte

Maschenzahl und Richtung

Eine einfache Zunahme addiert eine Masche, eine doppelte zwei. Bei vier Raglanlinien mit je zwei Zunahmen kommen in einer Runde acht Maschen hinzu. Marker und Strichliste entdecken Fehler früh.

Links- und rechtsneigend beschreibt die sichtbare Linie auf der Vorderseite. Designs können die Neigungen nach außen oder innen richten – folge der Anleitung und beurteile eigene Varianten an der gewaschenen Probe.

Typische Fehler

  • Ungewolltes Loch: Querfaden nicht verschränkt abgestrickt.
  • Zu stramm: Neue Masche auf dem vollen Nadelschaft formen.
  • Schiefe Symmetrie: Richtung oder Abstand vertauscht.
  • Falsche Maschenzahl: Zunahmen pro Wiederholung getrennt rechnen.
  • Linie verschwindet: Bei Mohair oder unruhigem Indie-Dye eine deutlichere Methode testen.

Material macht mit

Glatte, verzwirnte Garne zeigen Linien klar; Single-Ply wirkt weich, kann an beanspruchten Stellen aber eher pillen. Spitze Metallnadeln greifen Querfäden leicht, Holz gibt rutschiger Merino Halt. Lies dazu Bambus oder Metall – welche Stricknadel ist für welches Garn geeignet?.

Wasche den Methodenvergleich – erst dann schließen oder öffnen sich kleine Stellen endgültig. Hilfe: Die Maschenprobe – wichtig oder Zeitverschwendung?. Material: Wolle und Garne und Nadeln und Zubehör.

Fazit

Umschläge setzen luftige Punkte, kfb ist stabil, M1L/M1R zeichnen Richtung und tiefergestochene Zunahmen bleiben leise. Wähle nicht nur technisch, sondern gestalterisch.

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