Was sind Sommergarne?

Was sind Sommergarne?

Die richtigen Garne für warme Tage

Wenn die Temperaturen steigen, müssen Strick- und Häkelnadeln keineswegs in die Sommerpause gehen. Mit den richtigen Garnen lassen sich wunderbar leichte Tops, luftige Pullover, sommerliche Tücher, Cardigans und viele weitere Projekte für warme Tage gestalten.

Doch was genau sind eigentlich Sommergarne? Welche Materialien eignen sich besonders gut und worauf sollte man bei der Auswahl achten?

Was versteht man unter Sommergarnen?

Als Sommergarne werden Garne bezeichnet, deren Eigenschaften besonders gut zu leichten Strick- und Häkelprojekten für die warme Jahreszeit passen.

Im Gegensatz zu typischen Wintergarnen stehen weniger die wärmenden Eigenschaften im Mittelpunkt. Stattdessen sind vor allem folgende Merkmale gefragt:

  • gute Atmungsaktivität
  • angenehmes Hautgefühl
  • gute Feuchtigkeitsaufnahme
  • leichte und luftige Verarbeitung
  • möglichst wenig Wärmestau
  • angenehmer Tragekomfort bei höheren Temperaturen

Sommergarn ist dabei keine bestimmte Garnart oder Faser. Vielmehr handelt es sich um einen Sammelbegriff für Garne, die aufgrund ihres Materials und ihrer Verarbeitung besonders gut für sommerliche Projekte geeignet sind.

Welche Materialien eignen sich als Sommergarne?

Für Sommergarne kommen verschiedene Naturfasern und Regeneratfasern infrage. Besonders beliebt sind Baumwolle, Leinen und Viskose sowie unterschiedliche Mischgarne.

Baumwolle

Baumwolle gehört zu den Klassikern unter den Sommergarnen. Sie ist angenehm auf der Haut, saugfähig und vielseitig einsetzbar.

Baumwollgarne eignen sich beispielsweise für:

  • Tops und Shirts
  • leichte Pullover
  • Cardigans
  • Baby- und Kinderkleidung
  • Häkelprojekte
  • Wohnaccessoires

Da Baumwolle in zahlreichen Garnstärken und Mischungen erhältlich ist, gehört sie zu den vielseitigsten Materialien für sommerliche Handarbeiten.

Leinen

Leinen wird aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen und ist für sommerliche Kleidungsstücke besonders interessant. Die Faser ist robust, atmungsaktiv und vermittelt ein angenehm kühles Tragegefühl.

Anfangs können manche Leinengarne etwas fester wirken. Durch Verarbeitung, Tragen und Waschen werden sie häufig zunehmend geschmeidiger.

Leinen eignet sich hervorragend für luftige Shirts, Tops, Tuniken, Tücher und sommerliche Pullover.

Viskose

Viskose wird aus natürlicher Cellulose hergestellt, die in einem industriellen Verfahren zu Fasern verarbeitet wird. Das Material fühlt sich häufig weich und glatt an und kann einen schönen, leicht glänzenden Charakter besitzen.

Besonders interessant ist der fließende Fall vieler Viskosegarne. Dadurch eignen sie sich sehr gut für sommerliche Oberteile, Tücher, Tops und Kleidungsstücke, bei denen ein weicher Fall gewünscht ist.

TENCEL™ und Lyocell

Lyocell ist ebenfalls eine Cellulosefaser. TENCEL™ ist eine Markenbezeichnung für entsprechende Fasern des Herstellers Lenzing.

Lyocellgarne zeichnen sich häufig durch eine glatte, weiche Oberfläche und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement aus. In Kombination mit Baumwolle oder anderen Fasern entstehen daraus interessante Sommergarne mit angenehmem Tragegefühl.

Bambusviskose

Bei Garnen, die als Bambusgarn angeboten werden, handelt es sich häufig um Viskose, deren Cellulose ursprünglich aus Bambus gewonnen wurde.

Bambusviskose fühlt sich meist weich und glatt an und besitzt einen schönen Fall. Sie wird deshalb gerne mit Baumwolle oder anderen Fasern kombiniert und für sommerliche Kleidungsstücke verwendet.

Hanf

Hanf ist eine robuste Pflanzenfaser mit interessanten Eigenschaften für Sommerprojekte. Ähnlich wie Leinen kann Hanf ein luftiges, natürliches Gestrick ergeben.

Hanf wird sowohl pur als auch in Mischgarnen angeboten und eignet sich unter anderem für Shirts, Tops, Taschen und andere sommerliche Projekte.

Seide

Auch Seide kann Bestandteil eines hochwertigen Sommergarns sein. Die Naturfaser ist leicht, angenehm auf der Haut und temperaturausgleichend.

Besonders häufig findet man Seide in Mischgarnen, beispielsweise zusammen mit Baumwolle, Leinen oder feiner Wolle. Sie kann dem Garn zusätzliche Weichheit, einen schönen Fall und einen dezenten Glanz verleihen.

Warum sind Mischgarne im Sommer so interessant?

Ein Sommergarn muss nicht ausschließlich aus einer einzigen Faser bestehen. Gerade Mischgarne können besonders interessant sein, weil sich die unterschiedlichen Eigenschaften der verwendeten Materialien ergänzen.

Typische Kombinationen sind beispielsweise:

Baumwolle + Leinen:
Natürlich, atmungsaktiv und ideal für luftige Kleidungsstücke.

Baumwolle + Viskose:
Die Baumwolle bringt Stabilität mit, während Viskose für einen weicheren und fließenderen Fall sorgen kann.

Baumwolle + Lyocell:
Eine interessante Kombination für weiche und angenehm zu tragende Sommerkleidung.

Leinen + Viskose:
Verbindet den natürlichen Charakter von Leinen mit dem weicheren Fall der Viskose.

Baumwolle + Seide:
Eine hochwertige Mischung für leichte Kleidungsstücke und Accessoires.

Welches Mischgarn am besten geeignet ist, hängt deshalb immer davon ab, was daraus entstehen soll.

Muss Sommergarn immer ohne Wolle sein?

Nein. Wolle wird zwar vor allem mit Herbst und Winter verbunden, sie ist aber nicht grundsätzlich für Sommerprojekte ungeeignet.

Sehr dünne Wollgarne oder Mischungen mit Merino, Seide oder pflanzlichen Fasern können beispielsweise hervorragend für leichte Tücher, dünne Cardigans oder Pullover für kühlere Sommerabende geeignet sein.

Entscheidend sind nicht nur die verwendeten Fasern, sondern auch Garnstärke, Garnkonstruktion, Strickmuster und Maschendichte.

Ein locker gestricktes Kleidungsstück aus einem dünnen Garn kann deutlich luftiger sein als ein sehr dicht gearbeitetes Baumwollstück.

Welche Garnstärke eignet sich für den Sommer?

Für sommerliche Kleidung werden häufig dünnere Garne verwendet. Eine höhere Lauflänge pro 100 Gramm kann ein Hinweis auf ein leichteres Garn sein – allerdings lassen sich Garne nicht allein anhand der Lauflänge beurteilen.

Auch die Konstruktion des Garns spielt eine wichtige Rolle.

Ein voluminöses Bändchengarn kann beispielsweise trotz geringerer Lauflänge ein überraschend leichtes und luftiges Gestrick ergeben.

Deshalb sollte man bei der Auswahl immer das konkrete Garn und die gewünschte Anleitung berücksichtigen.

Welche Strick- und Häkelprojekte eignen sich für Sommergarne?

Mit Sommergarnen lassen sich zahlreiche Projekte verwirklichen. Besonders beliebt sind:

  • Sommertops
  • T-Shirts
  • leichte Pullover
  • kurze Cardigans
  • Tuniken
  • Kleider
  • Sommerschals
  • leichte Tücher
  • Häkelshirts
  • Lochmuster-Pullover
  • Strandtaschen und Sommertaschen
  • leichte Baby- und Kinderkleidung

Gerade Loch-, Netz- und Ajourmuster passen hervorragend zu Sommergarnen, da die offene Struktur zusätzliche Luftigkeit erzeugt.

Stricken oder Häkeln mit Sommergarnen?

Beides ist problemlos möglich. Allerdings verhalten sich manche Sommerfasern anders als klassische Wollgarne.

Baumwolle und Leinen besitzen beispielsweise meist weniger natürliche Elastizität als Wolle. Das kann sich sowohl beim Arbeiten als auch beim fertigen Kleidungsstück bemerkbar machen.

Bei gehäkelter Kleidung sollte außerdem berücksichtigt werden, dass Häkelgewebe häufig dichter und schwerer ausfällt als ein vergleichbares Strickstück.

Eine etwas größere Nadelstärke oder ein bewusst luftiges Muster kann deshalb bei Sommerprojekten sinnvoll sein.

Warum ist die Maschenprobe bei Sommergarnen besonders wichtig?

Bei sommerlicher Kleidung kommt es häufig auf einen lockeren Fall und eine angenehme Passform an. Deshalb sollte vor größeren Projekten unbedingt eine Maschenprobe angefertigt werden.

Noch besser: Die Maschenprobe anschließend so waschen und trocknen, wie später auch das fertige Kleidungsstück behandelt werden soll.

Gerade Baumwolle, Leinen und Viskose können sich nach dem Waschen anders verhalten als direkt nach dem Stricken oder Häkeln.

So lässt sich bereits vor Projektbeginn besser beurteilen:

  • Wie fällt das Material?
  • Verändert sich die Größe?
  • Wird das Gestrick weicher?
  • Ist es ausreichend blickdicht?
  • Gefällt mir die gewählte Nadelstärke?

Welches Sommergarn ist das richtige?

Das hängt vor allem vom geplanten Projekt ab.

Für ein klassisches Sommertop ist Baumwolle eine unkomplizierte Wahl. Wer einen besonders natürlichen und luftigen Charakter bevorzugt, kann zu Leinen oder einer Baumwoll-Leinen-Mischung greifen.

Für weich fallende Shirts und Tücher können Garne mit Viskose oder Lyocell interessant sein. Soll das Projekt etwas edler wirken, kommen Mischungen mit Seide infrage.

Es gibt daher nicht das eine perfekte Sommergarn. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Material, Garnstärke, Konstruktion, Muster und dem gewünschten Kleidungsstück.

Fazit: Sommergarne bringen Strick- und Häkelspaß in die warme Jahreszeit

Stricken und Häkeln sind keineswegs nur Beschäftigungen für Herbst und Winter. Mit einem passenden Sommergarn entstehen leichte Kleidungsstücke und Accessoires, die auch an wärmeren Tagen Freude machen.

Baumwolle, Leinen, Viskose, Lyocell, Hanf, Seide und daraus hergestellte Mischgarne bieten eine große Auswahl für unterschiedlichste Projekte.

Wer Material, Garnstärke und Muster aufeinander abstimmt und vorab eine Maschenprobe anfertigt, schafft die beste Grundlage für ein gelungenes Sommerprojekt.

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