Was ist Mohair?

Was ist Mohair?

Herkunft, Eigenschaften und Verwendung der edlen Naturfaser

Mohair gehört zu den besonderen Naturfasern in der Welt der Garne. Es ist leicht, weich, wärmend und besitzt einen charakteristischen, feinen Glanz. Besonders bei Pullovern, Cardigans, Tüchern und federleichten Accessoires sorgt Mohair für eine elegante, flauschige Optik.

Doch woher stammt Mohair eigentlich? Warum ist es oft so luftig und trotzdem erstaunlich warm? Und was bedeuten Bezeichnungen wie Kid Mohair oder Mohair-Mischgarn?

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte über die edle Faser.

Was ist Mohair?

Mohair ist eine tierische Naturfaser, die aus dem Haar der Angoraziege gewonnen wird.

Trotz des Namens darf die Angoraziege nicht mit dem Angorakaninchen verwechselt werden. Während Angora aus dem Fell des Angorakaninchens stammt, bezeichnet Mohair ausschließlich das Haar der Angoraziege.

Die Fasern sind vergleichsweise lang, glatt und besitzen einen natürlichen Glanz. Dadurch wirken Mohairgarne häufig besonders edel und bekommen eine leicht schimmernde Oberfläche.

Woher kommt Mohair?

Die Angoraziege stammt ursprünglich aus der Region rund um Ankara in der heutigen Türkei. Der frühere Name der Stadt Ankara lautete Angora – daher stammt auch die Bezeichnung Angoraziege.

Heute wird Mohair unter anderem in verschiedenen Regionen mit geeigneten klimatischen Bedingungen produziert. Besonders bekannt ist die Mohairproduktion in Südafrika.

Die Tiere werden in der Regel mehrmals beziehungsweise je nach Haltung und Region etwa zweimal jährlich geschoren. Anschließend werden die Fasern sortiert, gereinigt, verarbeitet und zu Garn versponnen.

Was ist Kid Mohair?

Der Begriff Kid Mohair bezeichnet besonders feines Mohair von jungen Angoraziegen.

Die Fasern sind feiner und weicher als das Haar älterer Tiere und werden deshalb besonders gerne für hochwertige Garne verwendet.

Kid Mohair findet man häufig in sehr leichten Garnen für:

  • Pullover
  • Cardigans
  • Tücher
  • Schals
  • Mützen
  • leichte Jacken
  • elegante Accessoires

Besonders beliebt sind Mischungen aus Kid Mohair und Seide.

Die Seide sorgt dabei für zusätzliche Stabilität und unterstreicht gleichzeitig den feinen Glanz des Mohairs.

Welche Eigenschaften hat Mohair?

Mohair besitzt eine Kombination aus Eigenschaften, die die Faser für hochwertige Strick- und Häkelprojekte besonders interessant macht.

Sehr leicht

Mohairgarne können ausgesprochen leicht sein. Besonders dünne Mohairgarne besitzen häufig eine sehr große Lauflänge bei vergleichsweise geringem Gewicht.

Dadurch entstehen Kleidungsstücke, die trotz ihres Volumens überraschend wenig wiegen.

Wärmend

Die feinen Fasern können viel Luft zwischen den einzelnen Härchen einschließen.

Diese Luftpolster wirken isolierend. Deshalb können selbst sehr dünne Mohairpullover angenehm warm sein.

Flauschig

Typisch für viele Mohairgarne ist der feine sogenannte Halo.

Damit bezeichnet man den weichen Flaum, der das eigentliche Garn umgibt. Dadurch wirken gestrickte Flächen leicht verschwommen, weich und besonders voluminös.

Natürlich glänzend

Mohair besitzt einen charakteristischen seidigen Glanz.

Dieser kann je nach Garn, Faserqualität und Mischung unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Elastisch und formstabil

Hochwertiges Mohair kann eine gute Elastizität besitzen und Kleidungsstücken gleichzeitig Struktur verleihen.

Die tatsächlichen Eigenschaften hängen allerdings immer von der Garnkonstruktion und den enthaltenen Mischfasern ab.

Ist Mohair weich oder kratzig?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Die Haptik hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Feinheit der Mohairfasern
  • Alter der Tiere
  • Anteil des Mohairs im Garn
  • Garnkonstruktion
  • verwendete Mischfasern
  • persönliches Hautempfinden

Feines Kid Mohair kann ausgesprochen weich wirken.

Trotzdem reagieren empfindliche Menschen manchmal auf den charakteristischen Flaum der Faser. Ein Garn, das eine Person als wunderbar weich empfindet, kann für eine andere leicht kratzig wirken.

Gerade bei Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut getragen werden sollen, empfiehlt es sich deshalb, das Garn vorher zu fühlen oder eine kleine Maschenprobe anzufertigen.

Warum wird Mohair häufig mit anderen Fasern gemischt?

Reines Mohair ist möglich, viele handelsübliche Mohairgarne bestehen jedoch aus Fasermischungen.

Beliebte Kombinationen sind beispielsweise:

Mohair und Seide

Eine klassische Kombination für besonders leichte und edle Garne. Die Seide dient häufig als stabiler Trägerfaden und verleiht dem Garn zusätzlichen Glanz.

Mohair und Wolle

Diese Mischung verbindet den flauschigen Charakter des Mohairs mit den Eigenschaften klassischer Schurwolle.

Mohair und Polyamid

Polyamid kann einem Garn zusätzliche Stabilität verleihen und wird deshalb bei verschiedenen Garnkonstruktionen eingesetzt.

Mohair und andere Naturfasern

Je nach gewünschter Garnstruktur kann Mohair auch mit weiteren Fasern kombiniert werden.

Die Mischung beeinflusst immer Griff, Stabilität, Wärme, Glanz und Pflegeeigenschaften des fertigen Garns.

Warum sind Mohairgarne oft so dünn?

Bei vielen Mohairgarnen besteht der eigentliche Faden nur aus einem sehr feinen Kern, um den sich die Mohairfasern legen.

Durch den ausgeprägten Flaum wirkt das Garn später im Gestrick wesentlich voluminöser als der dünne Faden zunächst vermuten lässt.

Deshalb können Mohairgarne mit vergleichsweise großen Nadeln gestrickt werden.

Das Ergebnis ist häufig ein:

  • leichtes
  • luftiges
  • transparentes
  • flauschiges

Maschenbild.

Mohair als Beilaufgarn

Eine besonders beliebte Verwendung ist Mohair als Beilaufgarn.

Dabei wird ein dünner Mohairfaden gemeinsam mit einem anderen Garn verstrickt.

Beispielsweise können Sie Mohair zusammen mit:

  • Merinowolle
  • Schurwolle
  • Alpaka
  • Baumwollmischungen
  • Sockengarnen

verarbeiten.

Dadurch verändert sich die Oberfläche des Grundgarns deutlich.

Ein glattes Garn bekommt beispielsweise einen weichen Flaum und wirkt häufig voluminöser und hochwertiger.

Auch Farbkombinationen können spannend sein. Ein Mohairfaden in einer leicht abweichenden Farbe kann einem eigentlich einfarbigen Strickstück zusätzliche Tiefe verleihen.

Kann man mehrere Mohairfäden zusammen verstricken?

Ja.

Mehrere dünne Mohairfäden können gemeinsam verarbeitet werden. Dadurch entsteht ein dichteres, voluminöseres Garn.

Besonders interessante Effekte entstehen, wenn unterschiedliche Farben kombiniert werden.

Zwei verschiedenfarbige Mohairfäden können sich optisch zu einer neuen Mischfarbe verbinden. Diese Technik eignet sich hervorragend für individuelle Farbexperimente.

Wofür eignet sich Mohair?

Mohair eignet sich besonders für Projekte, bei denen Leichtigkeit, Wärme und eine weiche Oberfläche gefragt sind.

Typische Projekte sind:

Pullover

Mohairpullover können sehr leicht und gleichzeitig angenehm wärmend sein.

Cardigans

Lockere Cardigans profitieren besonders vom flauschigen Charakter der Faser.

Schals und Tücher

Für Tücher und Schals ist Mohair aufgrund seines geringen Gewichts und des großen Volumens besonders beliebt.

Mützen

Mohair kann Mützen einen weichen, flauschigen Look verleihen.

Beilaufgarn für Strickprojekte

Ein dünner Mohairfaden kann fast jedem Garn eine völlig neue Optik geben.

Welche Nadeln verwendet man für Mohair?

Die passende Nadelstärke richtet sich immer nach dem jeweiligen Garn und dem gewünschten Maschenbild.

Gerade dünne Mohairgarne werden häufig bewusst mit relativ großen Nadeln verarbeitet.

Dadurch entsteht ein luftiges Maschenbild mit viel Raum zwischen den Maschen.

Bei einem Beilaufgarn orientiert sich die Nadelstärke dagegen vor allem an der Kombination aus beiden Garnen.

Deshalb gilt auch bei Mohair:

Eine Maschenprobe ist besonders empfehlenswert.

Das Garn kann nach dem Waschen oder Spannen noch einmal deutlich luftiger und gleichmäßiger wirken.

Ist Mohair schwierig zu stricken?

Grundsätzlich lässt sich Mohair gut verarbeiten. Allerdings gibt es einige Besonderheiten.

Durch die feinen Härchen sind einzelne Maschen manchmal schwerer zu erkennen als bei einem glatten Garn.

Auch das Auftrennen kann schwieriger sein. Die Fasern verschiedener Maschen können sich leicht miteinander verhaken.

Deshalb empfiehlt es sich besonders bei aufwendigen Mustern, regelmäßig zu kontrollieren, ob alles korrekt gestrickt wurde.

Maschenmarkierer und sogenannte Rettungsleinen können bei größeren Projekten zusätzliche Sicherheit geben.

Welche Muster eignen sich für Mohair?

Mohair kann sowohl bei einfachen als auch bei aufwendigen Mustern eingesetzt werden.

Besonders wirkungsvoll sind:

  • glatt rechts
  • Lochmuster
  • Ajourmuster
  • einfache Strukturmuster
  • großzügige, luftige Designs

Sehr komplizierte Strukturen können durch den Flaum teilweise weniger deutlich sichtbar sein.

Wer ein besonders klares Maschenbild möchte, sollte deshalb ein weniger flauschiges Garn wählen oder Mohair nur als Beilaufgarn einsetzen.

Wie pflegt man Mohair?

Mohair sollte möglichst schonend behandelt werden.

Die genauen Pflegehinweise des Garnherstellers haben dabei immer Vorrang.

Grundsätzlich empfiehlt sich häufig:

  • möglichst selten waschen
  • niedrige Temperaturen
  • geeignetes Wollwaschmittel
  • nicht stark reiben oder wringen
  • nach dem Waschen vorsichtig in Form bringen
  • liegend trocknen

Starke Reibung und hohe Temperaturen können tierische Fasern beschädigen oder Verfilzungen begünstigen.

Fusselt Mohair?

Ein gewisser Faserflug kann bei flauschigen Garnen auftreten.

Wie stark ein Mohairgarn fusselt, hängt unter anderem von Faserqualität, Garnkonstruktion und Verarbeitung ab.

Bei hochwertigen Garnen sollten die Fasern möglichst gut im Garn eingebunden sein.

Ein leichter Flaum gehört jedoch gerade zum typischen Charakter vieler Mohairgarne.

Was ist der Unterschied zwischen Mohair und Alpaka?

Mohair stammt von der Angoraziege, Alpaka von Alpakas.

Auch optisch unterscheiden sich die Fasern.

Mohair besitzt häufig einen ausgeprägteren Glanz und einen charakteristischen feinen Flaum. Alpaka wird dagegen oft für seinen weichen Griff und seine ausgezeichnete Wärmeleistung geschätzt.

Beide Fasern können sehr leicht und wärmend sein, erzeugen aber unterschiedliche Garnstrukturen.

Was ist der Unterschied zwischen Mohair und Angora?

Hier kommt es häufig zu Verwechslungen.

Mohair stammt von der Angoraziege.

Angora stammt vom Angorakaninchen.

Obwohl beide Bezeichnungen mit „Angora“ verbunden sind, handelt es sich um vollkommen unterschiedliche Fasern und Tierarten.

Für welche Jahreszeit eignet sich Mohair?

Mohair wird häufig mit Herbst und Winter verbunden, kann aber deutlich vielseitiger eingesetzt werden.

Sehr leichte Mohairgarne eignen sich beispielsweise auch für Übergangszeiten.

Ein lockerer Mohairpullover oder Cardigan kann an kühlen Frühlings- oder Sommerabenden angenehm sein, ohne so schwer zu wirken wie ein dichter Wollpullover.

Damit ist Mohair nicht ausschließlich ein Wintergarn.

Fazit: Mohair – federleicht, flauschig und überraschend warm

Mohair ist eine außergewöhnliche Naturfaser.

Das Haar der Angoraziege zeichnet sich vor allem durch seine Leichtigkeit, seinen natürlichen Glanz und den charakteristischen Flaum aus.

Besonders hochwertiges Kid Mohair wird gerne für feine Pullover, Cardigans, Schals und Tücher verwendet. Gleichzeitig eignet sich dünnes Mohair hervorragend als Beilaufgarn und kann selbst einem schlichten Garn eine völlig neue Oberfläche verleihen.

Wer leichte, warme und besonders flauschige Strickstücke liebt, sollte Mohair deshalb unbedingt einmal ausprobieren.

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