Was ist Alpaka?

Was ist Alpaka?

Eigenschaften, Herkunft und Verwendung

Alpaka-Wolle gehört zu den besonders feinen und hochwertigen Naturfasern. Sie ist weich, leicht, wärmend und besitzt einen charakteristischen, edlen Griff. Besonders beliebt ist Alpaka für Pullover, Cardigans, Schals, Mützen, Tücher und andere Strickstücke, die angenehm wärmen sollen, ohne unnötig schwer zu sein.

Doch was genau ist Alpaka-Wolle eigentlich? Woher kommt sie, wie unterscheidet sie sich von Schafwolle und worauf sollte man beim Stricken mit Alpaka achten?

Was ist Alpaka-Wolle?

Alpaka-Wolle wird aus dem Haarkleid des Alpakas gewonnen. Alpakas gehören zur Familie der Kamele und stammen ursprünglich aus Südamerika. Besonders verbreitet sind sie in den Andenregionen von Peru, Bolivien und Chile.

Die Tiere werden in der Regel einmal jährlich geschoren. Anschließend werden die Fasern sortiert, gereinigt, gekämmt beziehungsweise kardiert und zu Garn versponnen.

Im Handel wird häufig allgemein von „Alpaka-Wolle“ gesprochen. Fachlich handelt es sich jedoch nicht um klassische Wolle vom Schaf, sondern um eine tierische Haarfaser.

Woher kommen Alpakas?

Alpakas werden bereits seit mehreren tausend Jahren in Südamerika gehalten. Besonders in den Höhenlagen der Anden sind sie hervorragend an große Temperaturunterschiede angepasst.

Tagsüber kann es dort vergleichsweise warm werden, während die Temperaturen nachts deutlich sinken. Das feine, isolierende Haarkleid schützt die Tiere vor diesen starken Schwankungen.

Diese natürliche Anpassung ist einer der Gründe, warum Alpaka-Fasern so gute Wärmeeigenschaften besitzen.

Heute werden Alpakas auch in Europa und anderen Teilen der Welt gehalten. Ein großer Teil der international gehandelten Alpaka-Fasern stammt jedoch weiterhin aus Südamerika.

Welche Eigenschaften hat Alpaka-Wolle?

Alpaka besitzt mehrere Eigenschaften, die es für hochwertige Strick- und Häkelprojekte besonders interessant machen.

Sehr gute Wärmeeigenschaften

Alpaka-Fasern können hervorragend isolieren. Dadurch entstehen warme Kleidungsstücke, die gleichzeitig vergleichsweise leicht sein können.

Deshalb eignet sich Alpaka besonders gut für:

  • Pullover
  • Cardigans
  • Jacken
  • Schals
  • Tücher
  • Mützen
  • Handschuhe
  • warme Accessoires

Weicher Griff

Feine Alpaka-Fasern können ausgesprochen weich und angenehm auf der Haut sein.

Wie weich ein Alpaka-Garn tatsächlich ist, hängt jedoch stark von der Faserqualität und der verwendeten Feinheit ab. Nicht jedes Alpaka-Garn fühlt sich automatisch gleich weich an.

Leicht und voluminös

Alpaka kann ein erstaunlich gutes Verhältnis zwischen Gewicht und Wärme bieten.

Strickstücke wirken dadurch häufig weich und voluminös, ohne besonders schwer sein zu müssen.

Wenig klassisches Wollfett

Alpaka-Fasern enthalten im Vergleich zu Schafwolle deutlich weniger Lanolin beziehungsweise Wollfett.

Das beeinflusst unter anderem die Verarbeitung und das typische Griffgefühl der Faser.

Schöner Fall

Viele Alpaka-Garne besitzen einen weichen, fließenden Fall.

Das macht sie beispielsweise interessant für:

  • lange Cardigans
  • Oversize-Pullover
  • Tücher
  • Ponchos
  • weich fallende Strickjacken

Ist Alpaka wärmer als Schafwolle?

Alpaka wird häufig als besonders warm beschrieben.

Eine pauschale Aussage wie „Alpaka ist immer wärmer als Schafwolle“ wäre jedoch zu einfach. Die tatsächliche Wärmeleistung eines Garns hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Faserdicke
  • Garnkonstruktion
  • Strickdichte
  • Materialmischung
  • Kleidungsstück
  • eingeschlossener Luft im Gestrick

Alpaka-Fasern besitzen jedoch sehr gute Isolationseigenschaften und eignen sich deshalb hervorragend für warme Kleidung.

Was bedeutet Baby Alpaka?

Der Begriff Baby Alpaka führt gelegentlich zu Missverständnissen.

Baby Alpaka bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Fasern von einem jungen Tier stammen.

Die Bezeichnung steht in erster Linie für eine besonders feine Qualitätsstufe der Alpaka-Faser.

Baby-Alpaka-Garne zeichnen sich häufig durch einen sehr weichen und hochwertigen Griff aus und eignen sich besonders gut für Kleidungsstücke mit direktem Hautkontakt.

Alpaka und Royal Alpaka

Bei hochwertigen Alpaka-Garnen begegnet man teilweise verschiedenen Qualitätsbezeichnungen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Alpaka
  • Baby Alpaka
  • Royal Alpaka

Mit zunehmender Feinheit werden die Fasern meist weicher und hochwertiger.

Die genaue Klassifizierung kann je nach Hersteller und Herkunftssystem unterschiedlich ausfallen. Deshalb lohnt sich bei hochwertigen Garnen immer ein Blick auf die Herstellerangaben.

Welche natürlichen Farben gibt es bei Alpaka?

Alpakas besitzen eine erstaunlich große natürliche Farbvielfalt.

Je nach Tier kann die Faser beispielsweise folgende Farbtöne aufweisen:

  • Weiß
  • Creme
  • Beige
  • Sand
  • Karamell
  • Braun
  • Grau
  • Anthrazit
  • Schwarz

Darüber hinaus lässt sich Alpaka selbstverständlich färben.

Besonders interessant sind Garne, bei denen natürliche Alpaka-Farbtöne mit gefärbten Fasern kombiniert werden. Dadurch können sehr lebendige Melange-Effekte entstehen.

Hat Alpaka einen Glanz?

Alpaka-Fasern können einen dezenten natürlichen Glanz besitzen.

Dieser verleiht vielen Garnen eine elegante, hochwertige Optik. Besonders bei glatten Strickmustern oder großzügigen Flächen kommt dieser Effekt schön zur Geltung.

Kratzt Alpaka-Wolle?

Hochwertiges, feines Alpaka kann ausgesprochen weich sein. Dennoch kann auch Alpaka von empfindlichen Menschen als unangenehm empfunden werden.

Ob ein Garn kratzt, hängt unter anderem ab von:

  • Feinheit der Fasern
  • Qualität der Sortierung
  • Garnaufbau
  • verwendeter Alpaka-Qualität
  • persönlicher Hautempfindlichkeit

Menschen mit sehr empfindlicher Haut sollten das Garn deshalb möglichst vor dem Kauf direkt auf der Haut testen.

Alpaka oder Merino – was ist der Unterschied?

Merinowolle und Alpaka gehören zu den beliebtesten hochwertigen tierischen Fasern, besitzen jedoch unterschiedliche Eigenschaften.

Merinowolle

Merino stammt vom Merinoschaf und ist unter anderem bekannt für:

  • hohe Elastizität
  • gute Formstabilität
  • angenehme Weichheit
  • Temperaturregulierung
  • vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Alpaka

Alpaka zeichnet sich besonders aus durch:

  • hohe Wärmeleistung
  • geringes Gewicht
  • weichen Fall
  • feinen Glanz
  • edlen Griff

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Elastizität.

Schafwolle besitzt durch ihre natürliche Kräuselung häufig eine bessere Rücksprungkraft. Alpaka kann dagegen stärker nachgeben und bei schweren Kleidungsstücken mit der Zeit etwas in die Länge wachsen.

Deshalb wird Alpaka sehr häufig mit anderen Fasern kombiniert.

Warum wird Alpaka häufig als Mischgarn angeboten?

Reine Alpaka-Garne besitzen fantastische Eigenschaften, haben aber auch Besonderheiten.

Insbesondere die geringere Elastizität kann dazu führen, dass größere Strickstücke stärker ausleiern.

Hersteller kombinieren Alpaka deshalb beispielsweise mit:

  • Merinowolle
  • Schurwolle
  • Baumwolle
  • Seide
  • Polyamid
  • Viskose

Dadurch lassen sich unterschiedliche Eigenschaften gezielt miteinander verbinden.

Eine Mischung aus Alpaka und Merinowolle kann beispielsweise die Wärme und Weichheit von Alpaka mit der Elastizität der Schurwolle kombinieren.

Was kann man aus Alpaka stricken?

Alpaka ist ausgesprochen vielseitig.

Besonders geeignet ist es für:

Pullover

Alpaka eignet sich hervorragend für warme Herbst- und Winterpullover.

Bei schweren Modellen sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Gestrick nicht zu locker wird, da Alpaka weniger elastisch als klassische Schafwolle sein kann.

Cardigans

Weich fallende Cardigans profitieren besonders vom schönen Fall der Alpaka-Faser.

Schals und Tücher

Hier kann Alpaka seine Stärken besonders gut ausspielen.

Schals und Tücher werden:

  • warm
  • weich
  • leicht
  • angenehm anschmiegsam

Mützen

Für warme Wintermützen eignet sich Alpaka ebenfalls sehr gut.

Bei sehr weichen Garnen kann eine Beimischung elastischer Schurwolle sinnvoll sein, damit die Mütze ihre Form besser behält.

Handschuhe und Pulswärmer

Auch für warme Accessoires ist Alpaka hervorragend geeignet.

Ist Alpaka für Socken geeignet?

Reines Alpaka ist normalerweise nicht die erste Wahl für klassische Alltagssocken.

Für Socken werden Garne benötigt, die besonders:

  • abriebfest
  • formstabil
  • elastisch
  • strapazierfähig

sind.

Alpaka wird deshalb bei Sockengarnen meist nur als Anteil in einer Fasermischung eingesetzt.

Welche Nadelstärke braucht Alpaka?

Eine allgemeine Nadelstärke lässt sich für Alpaka nicht festlegen.

Sie hängt von der Garnstärke und der Konstruktion des Garns ab.

Entscheidend ist deshalb immer die Empfehlung auf der Banderole.

Besonders bei Alpaka ist eine Maschenprobe empfehlenswert.

Das Gestrick kann sich nach dem Waschen oder längeren Tragen noch verändern.

Warum ist die Maschenprobe bei Alpaka besonders wichtig?

Alpaka besitzt weniger Rücksprungkraft als viele Schafwollfasern.

Dadurch können gestrickte Flächen nach dem Waschen oder Tragen länger beziehungsweise lockerer werden.

Eine Maschenprobe sollte deshalb:

  1. ausreichend groß gestrickt werden,
  2. anschließend entsprechend der Pflegeempfehlung gewaschen werden,
  3. vollständig trocknen,
  4. danach erneut ausgemessen werden.

So lässt sich wesentlich besser abschätzen, wie sich das fertige Kleidungsstück später verhält.

Welche Muster eignen sich für Alpaka?

Alpaka kann bei vielen Mustern eingesetzt werden.

Besonders schön wirken häufig:

  • glatt rechts
  • einfache Strukturmuster
  • Rippenmuster
  • Patentmuster
  • Zopfmuster
  • Lochmuster
  • großflächige Designs

Bei sehr feinen oder flauschigen Alpaka-Garnen können allerdings kleine, komplizierte Muster optisch etwas verschwimmen.

Hier gilt: Je flauschiger das Garn, desto großzügiger darf häufig auch das Muster sein.

Was ist gebürstetes Alpaka?

Bei sogenannten Brushed-Alpaca-Garnen werden Alpaka-Fasern häufig um einen sehr dünnen Trägerfaden verarbeitet und anschließend aufgebürstet.

Dadurch entsteht ein besonders luftiges und flauschiges Garn.

Solche Garne erinnern optisch teilweise an Mohairgarne.

Sie eignen sich hervorragend für:

  • leichte Pullover
  • Cardigans
  • Tücher
  • Schals
  • Kombinationen mit einem zweiten Garn

Oft können sehr voluminöse Kleidungsstücke mit erstaunlich wenig Garngewicht gestrickt werden.

Kann man Alpaka mit einem zweiten Garn zusammen verstricken?

Ja. Alpaka eignet sich hervorragend als Beilaufgarn.

Besonders feine oder gebürstete Alpaka-Garne können beispielsweise gemeinsam mit:

  • Merinowolle
  • Baumwolle
  • Sockengarn
  • Seide
  • anderen Handstrickgarnen

verarbeitet werden.

Dadurch verändert sich sowohl die Optik als auch die Haptik des Hauptgarns.

Ein flauschiges Alpaka-Beilaufgarn kann beispielsweise einem relativ glatten Garn deutlich mehr Volumen und Weichheit verleihen.

Wie pflegt man Alpaka-Wolle?

Bei hochwertigen Alpaka-Garnen empfiehlt sich eine besonders schonende Pflege.

Die wichtigste Regel lautet:

Immer die Pflegehinweise auf der Banderole beachten.

Je nach Garn kann beispielsweise Handwäsche oder ein spezielles Wollwaschprogramm empfohlen werden.

Grundsätzlich sollte Alpaka möglichst:

  • mit niedriger Temperatur gewaschen werden
  • nicht stark gerieben werden
  • nicht ausgewrungen werden
  • mit geeignetem Wollwaschmittel gewaschen werden

Alpaka richtig trocknen

Gestrickte Alpaka-Kleidung sollte nach Möglichkeit liegend getrocknet werden.

Das ist besonders wichtig, weil nasse Strickstücke durch ihr Eigengewicht stark gedehnt werden können.

Das Kleidungsstück vorsichtig in Form bringen und anschließend auf einer ebenen Unterlage trocknen lassen.

Kann Alpaka verfilzen?

Auch Alpaka-Fasern können bei ungeeigneter Behandlung verfilzen oder ihre Struktur verändern.

Besonders problematisch sind:

  • starke Reibung
  • schnelle Temperaturwechsel
  • heißes Wasser
  • ungeeignete Waschprogramme

Deshalb ist eine schonende Pflege empfehlenswert.

Ist Alpaka-Wolle nachhaltig?

Eine pauschale Aussage zur Nachhaltigkeit von Alpaka wäre schwierig.

Wie bei nahezu jeder tierischen Naturfaser spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, beispielsweise:

  • Tierhaltung
  • Weidemanagement
  • Transportwege
  • Verarbeitung
  • Färbung
  • Herkunft
  • Lebensdauer des fertigen Kleidungsstücks

Ein hochwertiges Alpaka-Strickstück kann bei guter Pflege viele Jahre getragen werden.

Wer besonderen Wert auf Herkunft und Tierwohl legt, sollte auf transparente Herstellerangaben und entsprechende Zertifizierungen achten.

Vorteile von Alpaka-Wolle

Alpaka besitzt zahlreiche Eigenschaften, die es zu einer beliebten Faser machen:

✓ sehr gute Wärmeleistung

✓ geringes Gewicht

✓ weicher Griff

✓ schöner Fall

✓ dezenter natürlicher Glanz

✓ vielseitig für Kleidung und Accessoires

✓ hervorragend für hochwertige Wintergarne

Mögliche Nachteile von Alpaka-Wolle

Auch Alpaka ist nicht für jedes Projekt ideal.

Zu den Besonderheiten gehören:

  • geringere Elastizität als viele Schafwollgarne
  • schwere Kleidungsstücke können sich verlängern
  • nicht jedes Alpaka ist automatisch kratzfrei
  • hochwertige Qualitäten können vergleichsweise teuer sein
  • bei empfindlichen Fasern ist schonende Pflege notwendig

Fazit: Warum ist Alpaka-Wolle so beliebt?

Alpaka verbindet angenehme Wärme mit geringem Gewicht, einem weichen Griff und einer besonders edlen Optik.

Vor allem für Pullover, Cardigans, Schals, Tücher und warme Winteraccessoires bietet die Faser hervorragende Eigenschaften.

Wer mit Alpaka strickt, sollte allerdings die geringere Elastizität berücksichtigen und insbesondere bei Kleidungsstücken unbedingt eine gewaschene Maschenprobe anfertigen.

Ob als reines Alpaka, Baby Alpaka, gebürstetes Alpaka oder als hochwertige Fasermischung: Alpaka gehört zu den spannendsten Naturfasern für anspruchsvolle Strick- und Häkelprojekte.

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