Warum unterscheiden sich Farbpartien?
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Warum unterscheiden sich Farbpartien (Partienummern)?
Wer schon einmal ein größeres Strick- oder Häkelprojekt begonnen hat, kennt das Problem: Zwei Knäuel tragen zwar dieselbe Farbnummer, sehen aber trotzdem leicht unterschiedlich aus. Der Grund dafür sind sogenannte Farbpartien oder Partienummern. Doch warum entstehen diese Unterschiede überhaupt? Und wie kannst du vermeiden, dass dein fertiges Projekt sichtbare Farbabweichungen aufweist?
In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige über Farbpartien und warum die Partienummer beim Wollkauf so wichtig ist.
Was ist eine Farbpartie?
Eine Farbpartie (auch Färbepartie oder Lot genannt) bezeichnet eine bestimmte Produktionscharge eines Garns. Alle Knäuel einer Partie wurden gleichzeitig unter identischen Bedingungen gefärbt und besitzen daher denselben Farbton.
Da Garnhersteller ihre Produkte regelmäßig nachproduzieren, entstehen immer wieder neue Farbpartien. Obwohl dabei dieselbe Rezeptur verwendet wird, lassen sich minimale Farbunterschiede nicht vollständig vermeiden.
Deshalb findest du auf vielen Banderolen neben der Farbnummer auch eine Partienummer.
Warum entstehen Farbunterschiede?
Viele Strickerinnen und Häkler wundern sich, warum moderne Produktionsverfahren keine hundertprozentig identischen Farben ermöglichen. Tatsächlich beeinflussen zahlreiche Faktoren das Endergebnis.
1. Naturmaterialien reagieren unterschiedlich
Vor allem Naturfasern wie Merinowolle, Schurwolle, Baumwolle oder Alpaka nehmen Farbstoffe nie völlig identisch auf. Bereits kleine Unterschiede in der Faserstruktur können den Farbton leicht verändern.
2. Produktionsbedingungen
Bereits minimale Veränderungen können das Ergebnis beeinflussen:
- Temperatur des Färbebades
- Wasserqualität
- pH-Wert
- Färbezeit
- Luftfeuchtigkeit
- Materialzusammensetzung
Selbst wenn alle Werte nahezu identisch sind, entstehen oft feine Nuancen.
3. Unterschiedliche Rohstoffe
Auch wenn ein Garn immer denselben Namen trägt, stammen die verwendeten Fasern nicht zwangsläufig aus derselben Lieferung oder Ernte. Naturprodukte unterliegen natürlichen Schwankungen.
4. Handgefärbte Garne
Bei handgefärbter Wolle gehören leichte Unterschiede sogar zum besonderen Charakter.
Jeder Strang wird individuell gefärbt und entwickelt dadurch seine eigene Farbverteilung. Genau das macht handgefärbte Garne so einzigartig.
Wie erkenne ich die Partienummer?
Die Partienummer befindet sich meist auf der Banderole und trägt Bezeichnungen wie:
- Partie
- Part.-Nr.
- Lot
- Dye Lot
- Batch
Die Farbnummer bestimmt den eigentlichen Farbton, während die Partienummer angibt, aus welcher Färbecharge das Garn stammt.
Beispiel:
Farbe: 1123
Partie: 45871
Für ein einheitliches Projekt sollten beide Angaben identisch sein.
Was passiert, wenn ich verschiedene Partien verwende?
Je nach Farbe können die Unterschiede kaum sichtbar oder deutlich erkennbar sein.
Besonders auffällig werden Farbabweichungen bei:
- großen Pullovern
- Decken
- Tüchern
- Jacken
- Kleidern
Dann entstehen oft sichtbare Streifen oder Bereiche mit leicht unterschiedlichem Farbton.
Vor allem bei einfarbigen Garnen fällt dies stärker auf als bei bunten Farbverläufen.
Was tun, wenn keine passende Partie mehr erhältlich ist?
Das kommt häufiger vor, als man denkt. Gerade beliebte Garne werden regelmäßig nachproduziert.
Mit einigen Tricks lassen sich Farbunterschiede jedoch deutlich reduzieren.
Knäuel abwechselnd verarbeiten
Die beste Methode besteht darin, alle zwei Reihen oder Runden zwischen zwei Knäueln zu wechseln.
Dadurch vermischen sich die Farbnuancen gleichmäßig und Übergänge werden nahezu unsichtbar.
Farbwechsel an unauffälligen Stellen
Wenn ein Wechsel nötig ist, eignen sich:
- Seitennaht
- Unterarmbereich
- Rückseite
- Randbereiche
Dort fallen Unterschiede wesentlich weniger auf.
Projekte kreativ gestalten
Manchmal lässt sich aus der Not sogar ein Designvorteil machen.
Unterschiedliche Partien können bewusst eingesetzt werden, um:
- Streifen
- Farbblöcke
- Muster
- Farbverläufe
zu erzeugen.
Deshalb empfehlen Händler den Kauf der Gesamtmenge
Fast jeder Wollshop weist darauf hin, dass man die benötigte Garnmenge möglichst vollständig bestellen sollte.
Der Grund ist einfach:
Ist eine Partie später ausverkauft, liefert der Hersteller meist bereits eine neue Charge mit leicht verändertem Farbton.
Wer die gesamte benötigte Menge direkt kauft, vermeidet spätere Überraschungen.
Betrifft das auch synthetische Garne?
Ja.
Zwar fallen Farbunterschiede bei Acryl oder Polyester häufig etwas geringer aus als bei Naturfasern, vollständig ausschließen lassen sie sich jedoch auch hier nicht.
Fazit
Farbpartien sind kein Qualitätsmangel, sondern ein ganz normaler Bestandteil der Garnproduktion. Selbst modernste Färbeverfahren können minimale Unterschiede zwischen verschiedenen Chargen nicht vollständig verhindern.
Deshalb lohnt es sich, beim Kauf immer auf identische Partienummern zu achten und die gesamte benötigte Garnmenge möglichst auf einmal zu bestellen. Sollte dennoch einmal eine andere Partie nötig sein, lassen sich Farbabweichungen mit etwas Planung und den richtigen Verarbeitungstechniken oft nahezu unsichtbar integrieren.
So steht einem harmonischen und langlebigen Strick- oder Häkelprojekt nichts mehr im Weg.