Superwash-Wolle – Was bedeutet das eigentlich?
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Wer sich schon einmal mit hochwertiger Wolle beschäftigt hat, ist sicherlich über den Begriff „Superwash“ gestolpert. Viele Garne tragen diesen Zusatz – doch was bedeutet er eigentlich? Ist Superwash besser als unbehandelte Wolle? Welche Vor- und Nachteile gibt es? Und worauf solltest Du beim Stricken, Häkeln und Waschen achten?
In diesem Beitrag erfährst Du alles Wissenswerte rund um Superwash-Wolle.
Was ist Superwash-Wolle?
Superwash bezeichnet kein eigenes Material, sondern eine spezielle Veredelung von Schurwolle, meist Merinowolle. Durch diese Behandlung wird die Wolle maschinenwaschbar, ohne dass sie verfilzt.
Normalerweise besitzt jede Wollfaser winzige Schuppen. Werden diese beim Waschen durch Wärme, Feuchtigkeit und Bewegung miteinander verhakt, entsteht der bekannte Filzeffekt.
Bei einer Superwash-Behandlung werden diese Schuppen entweder geglättet oder mit einer hauchdünnen Schutzschicht überzogen. Dadurch können sich die Fasern nicht mehr miteinander verhaken.
Das Ergebnis:
- Maschinenwaschbar
- Weniger Filzneigung
- Pflegeleicht
- Formstabil
Warum verfilzt normale Wolle?
Die natürliche Wollfaser funktioniert ähnlich wie kleine Tannenzapfen.
Jede Faser besitzt feine Schuppen, die sich unter bestimmten Bedingungen ineinander verhaken.
Die häufigsten Ursachen:
- starke Reibung
- Temperaturwechsel
- heißes Wasser
- falsches Waschprogramm
Deshalb schrumpfen unbehandelte Wollpullover manchmal plötzlich auf Kindergröße.
Wie funktioniert die Superwash-Behandlung?
Die Behandlung erfolgt in mehreren Arbeitsschritten.
Je nach Hersteller kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Häufig werden die Schuppen der Wollfaser zunächst geglättet. Anschließend erhält die Faser eine extrem dünne Polymerbeschichtung.
Dadurch wird die Oberfläche wesentlich glatter.
Die Vorteile:
- Die Fasern gleiten leichter aneinander vorbei.
- Weniger Pilling durch Filzbildung.
- Die Wolle bleibt länger formstabil.
- Einfachere Pflege im Alltag.
Die Vorteile von Superwash-Wolle
Maschinenwaschbar
Der größte Vorteil liegt eindeutig in der Pflege.
Viele Superwash-Garne können problemlos im Wollwaschgang bei 30–40 °C gewaschen werden.
Ideal für Socken
Gerade Socken werden häufig gewaschen.
Deshalb besteht nahezu jede klassische Sockenwolle aus Superwash-Merino oder Superwash-Schurwolle.
Perfekt für Kinderkleidung
Babys und Kinder machen Kleidung schnell schmutzig.
Ein Pullover, der problemlos in die Waschmaschine darf, spart viel Zeit.
Weniger Einlaufen
Superwash-Wolle behält ihre Größe deutlich besser.
Das fertige Strickstück bleibt länger schön.
Alltagstauglich
Auch Schals, Mützen oder Handschuhe profitieren von der unkomplizierten Pflege.
Gibt es auch Nachteile?
Ja – wie jede Veredelung bringt auch Superwash einige Eigenschaften mit sich.
Weniger ursprüngliches Wollgefühl
Viele Strickerinnen und Stricker empfinden unbehandelte Wolle als etwas natürlicher.
Superwash-Garne fühlen sich häufig glatter an.
Umweltaspekt
Je nach Herstellungsverfahren kommen chemische Prozesse zum Einsatz.
Die gute Nachricht:
Immer mehr Hersteller setzen heute auf deutlich umweltfreundlichere Superwash-Verfahren.
Zudem wird intensiv an biologisch abbaubaren Alternativen gearbeitet.
Etwas weniger griffig
Beim Stricken kann Superwash-Wolle etwas glatter sein.
Gerade bei Lochmustern oder Zopfmustern kann das Maschenbild leicht anders wirken.
Für welche Projekte eignet sich Superwash-Wolle?
Besonders beliebt ist sie für:
- Socken
- Kinderkleidung
- Babydecken
- Pullover
- Cardigans
- Mützen
- Handschuhe
- Alltagsschals
Überall dort, wo häufig gewaschen wird, spielt Superwash ihre Stärken aus.
Wann ist unbehandelte Wolle die bessere Wahl?
Nicht jedes Projekt benötigt Superwash.
Viele Handarbeitsfans bevorzugen naturbelassene Garne für:
- Fair-Isle-Strick
- Trachtenmode
- traditionelle Pullover
- Filzprojekte
- rustikale Strickjacken
Diese Garne besitzen oft mehr Stand und wirken besonders ursprünglich.
Pflegehinweise für Superwash-Wolle
Auch wenn Superwash pflegeleicht ist, solltest Du einige Regeln beachten.
Das solltest Du tun
- Wollwaschgang verwenden
- Flüssigwaschmittel für Wolle nutzen
- Niedrige Schleuderdrehzahl wählen
- Liegend trocknen
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
Das solltest Du vermeiden
- Kochwäsche
- Trockner (sofern nicht ausdrücklich erlaubt)
- Bleichmittel
- Weichspüler
- Starkes Auswringen
Ist Superwash schlechter als Naturwolle?
Ganz klar: Nein.
Es handelt sich lediglich um zwei unterschiedliche Einsatzbereiche.
Superwash eignet sich hervorragend für alle, die ihre Strickstücke regelmäßig waschen möchten.
Naturbelassene Wolle überzeugt dagegen durch ihren ursprünglichen Charakter, ihre besondere Haptik und traditionelle Verarbeitung.
Welche Variante besser ist, hängt letztlich vom jeweiligen Projekt und den persönlichen Vorlieben ab.
Fazit
Superwash-Wolle macht das Leben vieler Strick- und Häkelfans deutlich einfacher. Dank ihrer speziellen Veredelung ist sie pflegeleicht, formstabil und für die Waschmaschine geeignet. Besonders bei Socken, Kinderkleidung und Alltagskleidung ist sie daher eine ausgezeichnete Wahl.
Wer hingegen den natürlichen Griff unbehandelter Wolle liebt oder Filzprojekte plant, greift besser zu naturbelassenen Garnen.
Am Ende gilt: Beide Varianten haben ihre Berechtigung – entscheidend ist, welches Projekt Du umsetzen möchtest.