Picotkante stricken: Der saubere Saum mit Mäusezähnchen
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Die gestrickte Picotkante ist ein kleines Architekturstück: Erst entsteht eine unscheinbare Lochreihe, dann wird die Arbeit genau dort gefaltet – und plötzlich erscheinen lauter feine Mäusezähnchen. Innen liegt ein sauberer Beleg, außen eine ruhige dekorative Kante. Perfekt für Bündchen, Babykleidung, Tücher oder einen femininen Pulloverabschluss.
Was ist eine gestrickte Picotkante?
Eine klassische gestrickte Picotkante ist ein doppellagiger Saum. Du strickst einige Reihen, arbeitest eine Loch- oder Umschlagreihe als Bruchkante und strickst dieselbe Anzahl Reihen weiter. Anschließend wird der untere Teil nach innen gefaltet und angenäht oder mit der aktuellen Reihe zusammengestrickt.
An der Faltung werden die Löcher zu kleinen Spitzen. Anders als einzeln angehäkelte Picots bilden sie keine frei stehenden Schlaufen, sondern eine geschlossene, stabile Saumkante. Sie ist dekorativ und kann gleichzeitig das Einrollen von glatt rechtem Gestrick verhindern.
| Merkmal | Umgeschlagene Picotkante | Angehäkeltes Picot |
|---|---|---|
| Aufbau | doppellagiger Stricksaum | einzelne Schlaufen |
| Bruch | Umschlag-Abnahme-Reihe | nicht erforderlich |
| Innenseite | Beleg wird befestigt | Grundkante bleibt sichtbar |
| Wirkung | feine Zähnchen, stabil | luftig und dekorativ |
| Garnbedarf | etwas höher durch Doppellage | meist gering |

Die Lochreihe arbeiten
Stricke vom Anschlag bis zur geplanten Bruchkante mehrere Reihen glatt rechts oder nach Anleitung. In der Picotreihe wechseln meist ein Umschlag und zwei zusammengestrickte Maschen. Die Umschläge erzeugen Löcher, die Abnahmen halten die Maschenzahl konstant.
Achte darauf, alle Abnahmen in dieselbe Richtung zu arbeiten, wenn die Anleitung nichts anderes vorgibt. Bei einer unpassenden Maschenzahl müssen Rand- oder Ausgleichsmaschen separat geplant werden. Kontrolliere am Reihenende, ob die ursprüngliche Maschenzahl erhalten ist.
- Elastisch, aber nicht locker anschlagen
- Belegtiefe in Reihen arbeiten
- Picotreihe aus Umschlägen und Abnahmen stricken
- Maschenzahl kontrollieren
- außen dieselbe Reihenzahl wie innen arbeiten
- exakt an der Lochreihe nach innen falten
- Beleg elastisch annähen oder zusammenstricken

Annähen oder direkt zusammenstricken
Beim Annähen bleibt die Kante besonders flexibel. Falte den Beleg nach innen und befestige jede Masche locker an einer passenden Querfadenreihe. Ziehe den Nähfaden nicht straff; der Saum soll sich mit dem Gestrick dehnen. Eine kontrastierende Heftlinie hält die Falte währenddessen an Ort und Stelle.
Für einen direkt geschlossenen Saum nimmst Du die Anschlagmaschen oder provisorisch gehaltene Maschen auf und strickst sie jeweils mit der aktuellen Masche zusammen. Das ist sauber und ohne spätere Naht, verlangt aber eine exakte Zuordnung. Eine verdrehte oder versetzte Anschlagkante bleibt dauerhaft sichtbar.

In Reihen und in Runden
Flach gestrickt bleiben an beiden Seiten Nahtzugaben oder Randmaschen offen, damit der Beleg später nicht zu dick in der Seitennaht liegt. Plane die Reihenfolge des Schließens: Oft ist es leichter, zuerst die Seitennähte und danach den Beleg sorgfältig zu befestigen.
In Runden markierst Du den Anfang und prüfst, dass die Arbeit vor dem Verbinden nicht verdreht ist. Die Picotreihe wird rundum gearbeitet. Beim Zusammenstricken ordnest Du jede untere Masche genau einer oberen zu; zusätzliche Markierer in Vierteln verhindern ein schleichendes Versetzen.
Garn, Nadel und Maschenprobe
Glatte Wolle und Baumwollmischungen zeigen die Zähnchen deutlich. Sehr haarige Garne lassen die Lochreihe verschwimmen, schwere Pflanzenfasern können den doppellagigen Saum nach unten ziehen. Der Beleg sollte weich bleiben und darf sich nicht wie ein fester Ring anfühlen.
Stricke eine Probe inklusive vollständigem Saum, wasche sie und prüfe Dehnung sowie Dicke. Bei enganliegenden Ärmel- oder Mützenkanten zählt nicht nur die Breite des Hauptmusters. Die doppelte Lage kann weniger elastisch sein als der Rest des Stücks.
Typische Fehler beheben
Rollt der Saum nach außen, sind Innen- und Außenteil möglicherweise unterschiedlich lang oder die Befestigungsnaht ist zu straff. Wellen entstehen durch einen zu lockeren Beleg oder ungleich zugeordnete Maschen. Kleine Unterschiede lassen sich beim Waschen formen; starke Spannungen brauchen eine neue Naht.
Unregelmäßige Zähnchen weisen oft auf vergessene Umschläge oder uneinheitliche Abnahmen hin. Prüfe die Picotreihe sofort. Einen fehlenden Umschlag kannst Du manchmal als hochgezogene Querfadenmasche ergänzen, doch bei mehreren Fehlern ist Zurückstricken die sauberste Lösung.
- Maschenzahl nach der Lochreihe prüfen
- Innen- und Außenteil gleich hoch arbeiten
- Falte exakt in der Umschlagreihe legen
- Beleg ohne Zug befestigen
- bei Rundarbeit in Vierteln markieren
- kompletten Saum als Probe waschen
- Doppellage bei der Passform berücksichtigen
Passende Grundlagen im Shop
unseren Beitrag über präzise Bruchkanten, unseren Vergleich verschiedener Anschlagkanten und unsere Tipps für Lochreihen und stabile Öffnungen ergänzen das Thema.
Fazit
Eine gestrickte Picotkante verbindet verspielte Optik mit solider Konstruktion. Wenn Lochreihe, Belegtiefe und Befestigung exakt zusammenpassen, entsteht ein flacher, elastischer Saum – mit einer zarten Reihe Mäusezähnchen als liebevollem Abschluss.
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