Maschen zusammenstricken: Zwei Strickteile stabil und sauber verbinden
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Zwei fertige Strickteile müssen nicht immer mit einer Nähnadel verbunden werden. Liegen an beiden Kanten noch offene Maschen, kannst Du sie direkt zusammenstricken und gleichzeitig abketten. Diese sogenannte Drei-Nadel-Methode bildet eine belastbare, ordentliche Verbindung. Besonders an Schultern ist sie beliebt, weil die kleine Nahtleiste dem Kleidungsstück Stabilität gibt.
Was bedeutet Zusammenstricken?
Der Begriff kann zweierlei meinen: Mehrere Maschen derselben Reihe werden als Abnahme gemeinsam abgestrickt, oder zwei getrennte Strickkanten werden miteinander verbunden. Hier geht es um die zweite Variante. Du brauchst zwei Nadeln mit den offenen Kanten, eine dritte Arbeitsnadel und den Arbeitsfaden.
Soll die Verbindung vollkommen nahtlos und elastisch wirken, ist der Maschenstich häufig geeigneter. Zusammenstricken ergibt dagegen bewusst eine feste, flache Nahtleiste.

Vorbereitung: Maschen und Seiten ausrichten
- Prüfe, ob beide Kanten gleich viele Maschen haben.
- Lege die Strickteile rechts auf rechts, wenn die Nahtleiste später innen liegen soll.
- Schiebe die Maschen nah an beide Nadelspitzen, ohne sie zu verdrehen.
- Halte die Nadeln parallel und die Spitzen in dieselbe Richtung.
- Lege den Arbeitsfaden an der passenden Kante bereit.
Eine Masche Unterschied lässt sich nur geplant ausgleichen. Bei größeren Abweichungen solltest Du zuerst klären, ob eine Abnahme fehlt oder beim Stilllegen eine Masche verloren ging.

Drei-Nadel-Methode Schritt für Schritt
- Stich mit der dritten Nadel gleichzeitig in die erste Masche der vorderen und der hinteren Nadel ein.
- Hole den Faden durch beide Maschen; auf der Arbeitsnadel liegt nun eine neue Masche.
- Arbeite das nächste Maschenpaar ebenso.
- Hebe die erste Masche der Arbeitsnadel über die zweite – genau wie beim Abketten.
- Wiederhole diese beiden Schritte bis zum letzten Maschenpaar.
- Schneide den Faden mit ausreichender Länge ab und ziehe ihn durch die letzte Masche.
Arbeite locker. Eine etwas größere Arbeitsnadel kann helfen, wenn Deine Abkettkante schnell fest wird. Weitere Lösungen findest Du unter elastischer abketten.
Wo passt die Methode – und wo nicht?
Ideal ist sie für gerade Schulternähte, Rückseiten von Kapuzen, Taschenböden oder dekorative Verbindungen. Sie stabilisiert Bereiche, die sich nicht ausdehnen sollen. Für eine Sockenspitze, sehr feine Babykleidung oder eine Verbindung mitten in einer glatten Fläche kann die kleine Innenleiste zu fest oder zu sichtbar sein.
Bei Schultern darf die Naht Halt geben, sollte aber nicht wie eine Schnur ziehen. Lege das Teil nach einigen Zentimetern flach hin und kontrolliere die Breite, bevor Du die ganze Kante schließt.

Typische Fehler und Fazit
- Naht liegt außen: Vor dem Start die gewünschten Seiten aufeinanderlegen.
- Maschen versetzen sich: immer ein Paar erfassen und die Nadelreihen parallel halten.
- Kante zieht zusammen: lockerer arbeiten oder größere Arbeitsnadel verwenden.
- Naht wird wulstig: dünnere Arbeitsnadel testen und Fadenspannung reduzieren.
- Maschenzahl stimmt nicht: Ursache vor dem Verbinden suchen, nicht am Ende improvisieren.
Wie bei jedem Finish lohnt sich eine ruhige Vorbereitung; mehr dazu findest Du beim Ausarbeiten von Strickstücken. Richtig ausgeführt ist das Zusammenstricken eine schnelle, saubere und erstaunlich belastbare Verbindung.
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