Intarsien stricken: Farbflächen ohne Spannfäden gestalten
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Ein großer Farbblock, ein grafischer Buchstabe oder eine organische Fläche mitten im Pullover: Intarsien setzen Farbe dort ein, wo sie gebraucht wird. Anders als beim Fair Isle wird der unbenutzte Faden nicht über die ganze Rückseite mitgeführt.
Jede getrennte Farbfläche bekommt eine eigene Garnquelle. Das kann ein kleines Knäuel, ein Bobbin oder eine locker gewickelte Garnlänge sein. Am Übergang werden alter und neuer Faden miteinander verkreuzt, damit kein Loch entsteht.
Was Intarsien besonders macht
| Technik | Ideal für | Fadenführung |
|---|---|---|
| Intarsien | große Farbflächen | separate Quelle je Bereich |
| Fair Isle | kleine, wiederholte Motive | Farben als Flotten mitführen |
| Mosaik | geometrische Hebemuster | nur eine aktive Farbe je Reihe |
Der Farbwechsel ohne Loch
- Stricke mit Farbe A bis zur Grenze.
- Lege A über den neuen Faden B.
- Nimm B von unten auf und arbeite die nächste Masche.
- Ziehe beide Fäden nur so weit an, dass die Grenzmaschen normal groß bleiben.
- In der Rückreihe wiederholst Du die Verkreuzung an derselben Grenze.

Die Fäden dürfen nicht verknotet werden. Ein Knoten bildet eine harte Beule und kann sich lösen. Vernähe Enden später in ihrer eigenen Farbfläche.

Gerade und diagonale Grenzen
Eine senkrechte Linie wechselt Reihe für Reihe an derselben Stelle. Für Diagonalen verschiebst Du den Farbwechsel nach Chart; Zu- oder Abnahmen sind dafür nicht immer nötig, solange nur die Farbposition wandert. Runde Kurven entstehen durch kleine Treppen, die sich nach dem Waschen optisch beruhigen.

Fadenmanagement ohne Wollsalat
- Wickle nur so viel Garn ab, wie die Fläche voraussichtlich braucht.
- Lege Bobbins nach jeder Reihe in derselben Reihenfolge ab.
- Drehe das gesamte Strickstück beim Wenden abwechselnd links und rechts.
- Verwende für zwei getrennte Flächen derselben Farbe zwei Garnquellen.
- Löse Verdrehungen regelmäßig, nicht erst nach zwanzig Reihen.
Flach oder in Runden?
Klassische Intarsien werden flach gestrickt, weil der Arbeitsfaden nach der Rückreihe wieder an der richtigen Seite steht. Intarsien in Runden sind möglich, verlangen aber besondere Wendungen oder Verbindungsstrategien. Für den Einstieg ist ein flaches Kissenpanel, Schalende oder Vorderteil deutlich entspannter.
Garnwahl
Verwende möglichst Garne gleicher Stärke, ähnlicher Elastizität und identischer Pflege. Glatte, verzwirnte Wolle zeichnet die Grenze klar. Flausch kaschiert kleine Unebenheiten, macht Auftrennen jedoch mühsam. Bei Indie-Dye solltest Du prüfen, ob Farbverläufe die geplante Form unterstützen oder ihre Kontur verwischen.
Typische Fehler
- Loch am Wechsel: Fäden nicht verkreuzt oder zu locker geführt.
- Grenze zieht: Beide Fäden zu fest angezogen.
- Farbfläche aus falschem Knäuel: Vor jeder Reihe Quellen sortieren.
- Harte Knubbel: Fäden nicht verknoten; Enden flach vernähen.
- Treppen wirken grob: Erst nach dem Waschen beurteilen.
Maschenprobe und Pflege
Probe unbedingt mit einer echten Farbgrenze stricken. Wasche sie nach der empfindlichsten Faser, prüfe mögliches Ausbluten und miss trocken. Lies Die Maschenprobe – wichtig oder Zeitverschwendung? sowie Wolle richtig pflegen.
Passende Garnfarben findest Du unter Wolle und Garne; griffige oder gleitende Spitzen bei Nadeln und Zubehör.
Fazit
Intarsien schenken großen Farbflächen eine saubere, leichte Rückseite. Plane eine Garnquelle pro Bereich, verkreuze jeden Wechsel und halte die Grenzmaschen normal groß. Mit etwas Ordnung wird aus dem Knäuelchor ein wunderbar modernes Farbdesign.
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