Baumwolle – Herkunft, Herstellung, Eigenschaften und Mischgarne
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Baumwolle gehört zu den bekanntesten und vielseitigsten Naturfasern der Welt. Auch bei Handstrick- und Häkelgarnen spielt sie eine wichtige Rolle. Besonders für leichte Pullover, Shirts, Tops, Tücher, Babybekleidung, Wohnaccessoires und sommerliche Projekte ist Baumwollgarn sehr beliebt.
Doch was genau ist Baumwolle eigentlich? Wie wird aus einer Pflanze ein Garn? Welche Eigenschaften besitzt Baumwolle – und warum wird sie so häufig mit anderen Fasern wie Wolle, Viskose, Leinen oder Polyamid kombiniert?
In diesem Beitrag schauen wir uns Baumwolle von der Pflanze bis zum fertigen Garn genauer an.
Was ist Baumwolle?
Baumwolle ist eine pflanzliche Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen wird. Die Pflanze gehört zur Gattung Gossypium und zur Familie der Malvengewächse.
Nach der Blüte bildet die Baumwollpflanze Fruchtkapseln. Wenn diese reif werden, springen sie auf und die charakteristischen weißen, weichen Faserbüschel kommen zum Vorschein. In diesen befinden sich die Samen der Pflanze.
Die feinen Fasern bestehen überwiegend aus Cellulose. Genau diese Fasern werden geerntet und anschließend zu Garnen und Textilien weiterverarbeitet.
Anders als Wolle stammt Baumwolle also nicht von einem Tier. Sie wächst als Faser direkt an einer Pflanze.
Wo wird Baumwolle angebaut?
Baumwolle benötigt viel Wärme und eine ausreichend lange frostfreie Wachstumsperiode. Deshalb befinden sich wichtige Anbaugebiete vor allem in warmen und subtropischen Regionen.
Zu den bedeutenden Anbauländern gehören unter anderem:
- Indien
- China
- Brasilien
- USA
- Pakistan
- Türkei
- verschiedene afrikanische Staaten
Je nach Herkunft, Baumwollsorte, Faserlänge und Verarbeitung können sich Qualität und Eigenschaften der gewonnenen Fasern deutlich unterscheiden.
Besonders wichtig ist dabei die Stapellänge, also die Länge der einzelnen Baumwollfasern. Lange und feine Fasern können in der Regel zu besonders glatten, feinen und hochwertigen Garnen verarbeitet werden.
Wie wird Baumwolle hergestellt?
Bis aus der Baumwollpflanze ein fertiges Strick- oder Häkelgarn entsteht, sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig.
1. Anbau der Baumwollpflanze
Zunächst werden die Baumwollsamen ausgesät. Die Pflanzen benötigen warme Temperaturen und je nach Anbaugebiet ausreichend Niederschlag oder zusätzliche Bewässerung.
Nach einigen Monaten beginnt die Baumwolle zu blühen. Aus den Blüten entwickeln sich anschließend die Fruchtkapseln.
2. Reifung der Baumwollkapseln
Während der Reifung entwickeln sich im Inneren der Kapseln die Baumwollfasern. Sind die Kapseln vollständig ausgereift, öffnen sie sich.
Jetzt werden die typischen weißen Faserbüschel sichtbar.
3. Ernte
Die Baumwolle wird je nach Region und Anbaumethode maschinell oder von Hand geerntet.
Bei der Ernte werden die Baumwollfasern mitsamt den darin enthaltenen Samen aufgenommen. Für die weitere Verarbeitung müssen Fasern und Samen voneinander getrennt werden.
4. Entkörnung
Dieser Arbeitsschritt wird als Entkörnung beziehungsweise Ginning bezeichnet.
Dabei werden die Baumwollfasern von den Samen getrennt. Anschließend können die Fasern gereinigt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet werden.
Die Baumwollsamen sind übrigens nicht zwangsläufig Abfallprodukte. Sie können beispielsweise zur Gewinnung von Baumwollsamenöl oder für andere industrielle Zwecke verwendet werden.
5. Reinigen und Sortieren
Nach der Entkörnung werden Verunreinigungen entfernt und die Baumwollfasern nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen beurteilt.
Eine wichtige Rolle spielen beispielsweise:
- Faserlänge
- Feinheit
- Festigkeit
- Reinheit
- Farbe
- Gleichmäßigkeit
Diese Merkmale haben später Einfluss auf die Qualität und das Erscheinungsbild des Garns.
6. Kardieren
Beim Kardieren werden die Baumwollfasern geöffnet, gereinigt und weitgehend parallel ausgerichtet.
Dabei entsteht ein gleichmäßiges Faserband, das anschließend weiterverarbeitet werden kann.
Für besonders feine Garne kann zusätzlich das Kämmen der Baumwolle erfolgen. Dabei werden unter anderem kurze Fasern entfernt und die längeren Fasern stärker parallelisiert.
Das Ergebnis ist eine besonders gleichmäßige Faserbasis.
Was bedeutet „gekämmte Baumwolle“?
Bei gekämmter Baumwolle durchlaufen die Fasern nach dem Kardieren einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt.
Kurze Fasern und verbliebene Verunreinigungen werden dabei weitgehend entfernt. Gleichzeitig werden die längeren Fasern stärker parallel ausgerichtet.
Gekämmte Baumwolle kann dadurch besonders:
- glatt,
- gleichmäßig,
- weich,
- fein und
- hochwertig wirken.
Bei Garnen für Bekleidung ist gekämmte Baumwolle deshalb sehr beliebt.
Vom Faserband zum Baumwollgarn
Nach der Vorbereitung werden die Fasern verstreckt und schließlich versponnen. Dabei werden die einzelnen Fasern miteinander verdreht, sodass ein belastbarer Faden entsteht.
Mehrere Fäden können anschließend miteinander verzwirnt werden.
Durch unterschiedliche Spinn- und Zwirnverfahren lassen sich Baumwollgarne mit ganz verschiedenen Eigenschaften herstellen – von sehr feinen und glatten Garnen bis hin zu voluminösen, rustikalen Qualitäten.
Danach können weitere Verarbeitungsschritte folgen, beispielsweise Färben oder spezielle Veredelungen.
Was ist mercerisierte Baumwolle?
Auf Garnbanderolen findet man häufig die Bezeichnung mercerisiert.
Die Mercerisierung ist ein Veredelungsverfahren für Baumwolle. Dabei wird die Faser unter kontrollierten Bedingungen behandelt. Dadurch verändern sich Struktur und Eigenschaften der Baumwolle.
Mercerisierte Baumwolle zeichnet sich häufig durch einen schönen Glanz und eine glattere Oberfläche aus. Außerdem kann sie Farbstoffe besonders intensiv aufnehmen.
Für Strick- und Häkelprojekte ist mercerisierte Baumwolle deshalb interessant, wenn ein klares Maschenbild und kräftige Farben gewünscht werden.
Welche Eigenschaften hat Baumwollgarn?
Baumwolle besitzt einige Eigenschaften, die sie deutlich von tierischen Fasern wie Schurwolle oder Merinowolle unterscheiden.
Angenehm auf der Haut
Baumwolle fühlt sich meist angenehm und glatt an. Deshalb wird sie häufig für Kleidungsstücke verwendet, die direkt auf der Haut getragen werden.
Atmungsaktiv
Baumwolle eignet sich gut für luftige und leichte Kleidungsstücke. Gerade bei sommerlichen Strick- und Häkelprojekten ist sie daher eine beliebte Wahl.
Feuchtigkeitsaufnahme
Baumwolle kann Feuchtigkeit aufnehmen. Das trägt zu ihrem angenehmen Tragegefühl bei warmen Temperaturen bei.
Wenig elastisch
Eine der wichtigsten Eigenschaften beim Stricken ist gleichzeitig eine Besonderheit von Baumwolle:
Baumwolle besitzt deutlich weniger natürliche Elastizität als Wolle.
Das merkt man bereits beim Verarbeiten. Baumwollgarn gibt häufig weniger nach und springt nicht so stark in seine ursprüngliche Form zurück.
Deshalb können sich Maschenbild, Passform und Tragegefühl deutlich von einem vergleichbaren Wollgarn unterscheiden.
Relativ hohes Eigengewicht
Baumwolle kann bei größeren Kleidungsstücken vergleichsweise schwer werden. Bei langen Pullovern, Kleidern oder großen Tüchern sollte deshalb berücksichtigt werden, dass das Eigengewicht Einfluss auf die Passform haben kann.
Pflegeleicht – aber immer die Banderole beachten
Viele Baumwollgarne sind vergleichsweise unkompliziert zu pflegen. Die tatsächlich zulässige Waschtemperatur und Pflege hängt jedoch immer von der konkreten Garnqualität, der Färbung und möglichen Mischfasern ab.
Deshalb gilt:
Die Pflegehinweise auf der Banderole haben Vorrang.
Für welche Projekte eignet sich Baumwolle?
Baumwollgarn lässt sich sowohl stricken als auch häkeln und eignet sich für eine enorme Bandbreite an Projekten.
Sehr beliebt ist Baumwolle beispielsweise für:
- Sommertops
- T-Shirts
- leichte Pullover
- Cardigans
- Baby- und Kinderkleidung
- Tücher
- Häkeldecken
- Taschen
- Kissen
- Topflappen
- Spültücher
- Amigurumi
- Dekorationen
Welche Baumwollqualität am besten geeignet ist, hängt jedoch stark vom jeweiligen Projekt ab.
Ein fest verzwirntes Baumwollgarn verhält sich beispielsweise völlig anders als ein weiches Baumwoll-Mischgarn mit Viskose oder Merinowolle.
Warum gibt es so viele Baumwoll-Mischgarne?
Reine Baumwolle hat viele Vorteile, besitzt aber nicht alle Eigenschaften, die man sich für jedes Strickprojekt wünscht.
Genau hier kommen Mischgarne ins Spiel.
Durch die Kombination von Baumwolle mit anderen Fasern können Hersteller die Eigenschaften eines Garns gezielt verändern.
Ein Mischgarn kann beispielsweise:
- elastischer,
- leichter,
- wärmer,
- weicher,
- glänzender,
- formstabiler oder
- fließender
werden.
Die Eigenschaften der verwendeten Fasern ergänzen sich dabei.
Baumwolle und Wolle
Die Kombination aus Baumwolle und Wolle verbindet zwei sehr unterschiedliche Naturfasern.
Baumwolle sorgt für ein eher glattes und angenehmes Tragegefühl, während Wolle Wärme und natürliche Elastizität in das Garn bringen kann.
Solche Mischungen eignen sich beispielsweise hervorragend für Übergangskleidung.
Je nach Mischungsverhältnis können daraus Garne für:
- Pullover,
- Cardigans,
- Jacken,
- Mützen,
- Tücher und
- Kinderbekleidung
entstehen.
Das Ergebnis ist häufig weniger sommerlich als reine Baumwolle, aber leichter und weniger wollig als ein reines Wollgarn.
Baumwolle und Merinowolle
Besonders interessant sind Mischungen aus Baumwolle und feiner Merinowolle.
Merinowolle bringt Weichheit, Wärme und Elastizität mit, während Baumwolle den Charakter des Garns leichter und glatter machen kann.
Dadurch entstehen vielseitige Garne, die sich je nach Zusammensetzung hervorragend für Frühjahr, Herbst und teilweise sogar für ganzjährige Kleidungsstücke eignen.
Baumwolle und Viskose
Viskose wird auf Basis von Cellulose hergestellt. Als Ausgangsmaterial dienen pflanzliche Rohstoffe.
In Kombination mit Baumwolle kann Viskose dem Garn einen besonders weichen Griff und einen schönen Fall verleihen.
Baumwoll-Viskose-Garne werden deshalb gerne für fließende Sommermode verwendet.
Typische Projekte sind:
- Tops
- Shirts
- leichte Pullover
- Tücher
- Sommerschals
- Kleider
Je nach Konstruktion kann Viskose außerdem einen dezenten bis ausgeprägten Glanz mitbringen.
Baumwolle und Bambusviskose
Bei sogenannten Baumwoll-Bambus-Garnen lohnt sich ein genauer Blick auf die Materialangabe.
Häufig handelt es sich nicht um direkt verspinnbare Bambusfasern, sondern um Viskose, deren Cellulose aus Bambus gewonnen wurde.
Baumwolle und Bambusviskose ergeben häufig angenehm glatte, weiche und fließende Garne.
Sie sind besonders für leichte Kleidungsstücke interessant, bei denen ein weicher Fall erwünscht ist.
Baumwolle und Leinen
Baumwolle und Leinen sind zwei pflanzliche Fasern, die sich hervorragend für sommerliche Garne kombinieren lassen.
Leinen kann dem Garn einen eher trockenen, charakteristischen Griff verleihen und eignet sich hervorragend für luftige Sommerkleidung.
Baumwolle macht die Mischung häufig etwas zugänglicher und weicher.
Baumwoll-Leinen-Mischungen eignen sich unter anderem für:
- Sommertops
- Shirts
- leichte Pullover
- Cardigans
- Tücher
- Accessoires
Viele Leinenmischungen entwickeln ihren besonderen Charakter erst durch das Tragen und Waschen.
Baumwolle und TENCEL™ Lyocell
Auch Mischungen aus Baumwolle und Lyocell sind bei modernen Garnen zu finden.
Lyocell ist eine industriell hergestellte Cellulosefaser. Sie kann einem Garn einen glatten, weichen Griff und einen schönen Fall verleihen.
Baumwolle-Lyocell-Mischungen eignen sich daher besonders für Kleidungsstücke, die leicht und fließend wirken sollen.
TENCEL™ ist eine Marke der Lenzing AG.
Baumwolle und Polyacryl
Baumwolle wird ebenfalls mit synthetischen Fasern wie Polyacryl kombiniert.
Polyacryl kann – abhängig von Garnkonstruktion und Mischungsverhältnis – beispielsweise dazu beitragen, ein Garn leichter, voluminöser oder pflegeleichter zu gestalten.
Solche Mischungen sind häufig für unkomplizierte Alltagsprojekte gedacht.
Entscheidend sind jedoch immer die konkrete Garnkonstruktion und das jeweilige Mischungsverhältnis.
Baumwolle und Polyester
Auch Polyester findet sich in verschiedenen Baumwollmischungen.
Die synthetische Faser kann beispielsweise eingesetzt werden, um bestimmte Anforderungen an Strapazierfähigkeit, Formstabilität oder Pflegeeigenschaften zu erreichen.
Welche Eigenschaften im fertigen Garn tatsächlich dominieren, hängt wiederum stark vom Anteil und der Konstruktion des Garns ab.
Baumwolle und Polyamid
Polyamid ist besonders für seine hohe Belastbarkeit bekannt.
Bei Baumwollmischungen kann Polyamid deshalb interessant sein, wenn ein Garn strapazierfähiger werden soll.
Man findet solche Kombinationen beispielsweise bei Garnen, bei denen neben einem angenehmen Griff auch Haltbarkeit eine wichtige Rolle spielt.
Baumwolle und Alpaka
Baumwolle kann auch mit Alpaka kombiniert werden.
Das Ergebnis kann ein interessantes Ganzjahres- oder Übergangsgarn sein: Baumwolle bringt ihren pflanzlichen Charakter ein, während Alpakafasern für Wärme und eine weiche, teilweise leicht flauschige Oberfläche sorgen können.
Solche Mischungen eignen sich besonders für leichte, aber dennoch wärmende Kleidungsstücke.
Welches Baumwollgarn ist das richtige?
Die Bezeichnung „Baumwollgarn“ allein sagt noch relativ wenig über die tatsächlichen Eigenschaften eines Garns aus.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf mehrere Angaben:
Materialzusammensetzung:
Besteht das Garn aus 100 % Baumwolle oder handelt es sich um ein Mischgarn?
Lauflänge:
Sie gibt einen ersten Hinweis darauf, wie fein oder voluminös ein Garn ist.
Empfohlene Nadelstärke:
Sie hilft bei der Auswahl der passenden Strick- oder Häkelnadel.
Maschenprobe:
Besonders bei Kleidungsstücken ist sie entscheidend für die spätere Größe und Passform.
Pflegehinweise:
Nicht jedes Baumwollgarn kann gleich gewaschen oder getrocknet werden.
Garnkonstruktion:
Ein glattes, fest verzwirntes Baumwollgarn kann ein völlig anderes Maschenbild ergeben als ein lockeres oder voluminös konstruiertes Garn.
Baumwolle beim Stricken – was sollte man beachten?
Wer hauptsächlich mit Wolle arbeitet, wird beim ersten Baumwollprojekt möglicherweise einen deutlichen Unterschied bemerken.
Baumwolle besitzt weniger Elastizität. Dadurch kann sich das Stricken etwas fester anfühlen.
Ein zu straffes Arbeiten kann auf Dauer anstrengend für Hände und Finger sein. Es kann daher sinnvoll sein, bewusst locker zu stricken und gegebenenfalls verschiedene Nadelmaterialien auszuprobieren.
Besonders wichtig ist außerdem die Maschenprobe.
Da Baumwolle weniger elastisch ist und das Gewicht des fertigen Kleidungsstücks die Passform beeinflussen kann, sollte die Maschenprobe möglichst genauso behandelt werden wie später das fertige Projekt.
Das bedeutet: stricken, waschen, trocknen lassen und anschließend erneut messen.
Baumwolle beim Häkeln
Beim Häkeln ist Baumwolle ebenfalls ausgesprochen beliebt.
Das vergleichsweise klare Maschenbild eignet sich hervorragend für Muster und strukturierte Häkelarbeiten.
Für Amigurumi wird beispielsweise gerne ein relativ glattes Baumwollgarn verwendet, weil sich damit feste und klar definierte Maschen arbeiten lassen.
Auch für Taschen, Körbe, Untersetzer und andere Wohnaccessoires kann Baumwolle eine interessante Wahl sein.
Für sehr große Projekte sollte allerdings das Gewicht des fertigen Werkstücks berücksichtigt werden.
Ist Baumwolle nur ein Sommergarn?
Nein.
Reine Baumwolle wird zwar besonders häufig für sommerliche Projekte verwendet, doch moderne Garnkonstruktionen und Mischungen machen Baumwolle wesentlich vielseitiger.
Ein Baumwoll-Merino-Garn kann beispielsweise wunderbar für die Übergangszeit geeignet sein. Eine Mischung mit Alpaka kann zusätzliche Wärme bringen, während Baumwolle mit Viskose oder Lyocell besonders leicht und fließend wirken kann.
Deshalb sollte man nicht nur auf das Wort „Baumwolle“ achten, sondern immer die gesamte Materialzusammensetzung des Garns betrachten.
Baumwolle oder Wolle – was ist besser?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Baumwolle und Wolle besitzen unterschiedliche Eigenschaften und eignen sich deshalb für unterschiedliche Projekte.
Baumwolle ist pflanzlich, vergleichsweise glatt und wenig elastisch. Wolle besitzt dagegen eine natürliche Elastizität und bietet in der Regel deutlich mehr Wärme.
Für einen leichten Sommertop kann Baumwolle hervorragend geeignet sein. Für einen warmen Winterpullover ist dagegen häufig Schur- oder Merinowolle die bessere Wahl.
Mischgarne können einen interessanten Mittelweg bieten.
Fazit: Baumwolle ist weit mehr als nur Sommergarn
Baumwolle gehört zu den wichtigsten Naturfasern und hat auch beim Stricken und Häkeln einen festen Platz.
Aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze entsteht durch Entkörnen, Reinigen, Kardieren, gegebenenfalls Kämmen und Spinnen ein vielseitiges Garn, das sich für zahlreiche Handarbeitsprojekte verwenden lässt.
Besonders spannend wird Baumwolle durch die Kombination mit anderen Fasern.
Baumwolle + Wolle kann Wärme und Elastizität ergänzen.
Baumwolle + Viskose kann besonders weich und fließend wirken.
Baumwolle + Leinen eignet sich hervorragend für sommerliche Projekte.
Baumwolle + Lyocell verbindet einen glatten Griff mit schönem Fall.
Baumwolle + Polyamid kann zusätzliche Strapazierfähigkeit bieten.
Deshalb lohnt sich beim Garnkauf immer ein genauer Blick auf die Banderole. Denn nicht nur der Baumwollanteil entscheidet darüber, wie sich ein Garn anfühlt und verarbeitet – sondern das Zusammenspiel aller verwendeten Fasern.
So kann Baumwolle vom klassischen Sommergarn bis zum weichen Ganzjahres-Mischgarn erstaunlich viele Gesichter haben.